Bakterien sind wahre Überlebenskünstler. In für Menschen teils undenkbarer Umgebung geht es ihnen hervorragend. Wenn sie Nahrung bekommen, vermehren sie sich exponentiell. Sie können jedoch auch ausgedehnte Hungerphasen überstehen. Forscher der Technischen Universität München konnten nun an Escherichia coli Bakterien demonstrieren, dass ein allzu schnelles Wachstum deren Überlebensfähigkeit reduziert. Diese Ergebnisse könnten genutzt werden, um die Wirksamkeit von Antibiotika zu steigern. Zusammen mit seinem Team hat Gerland nun erstmals systematisch untersucht, inwieweit schnelles oder langsames Wachstum die Überlebensfähigkeit von Kolibakterien beeinflusst und herausgefunden, dass die am besten ernährten und schnellsten wachsenden Bakterien, auch als erste sterben, wenn man ihnen die Nahrung vorenthält. Die Forschungsergebnisse lassen sich möglicherweise in Zukunft dazu nutzen, um beispielsweise die Wirkung von Antibiotika zu verbessern.

Quelle: Biselli E, et al. 2020. Slower growth of Escherichia coli leads to longer survival in carbon starvation due to a decrease in the maintenance rate. Molecular Systems Biology, 16:e9478 pt.rpv.media/1n8