Kutzner und Kollegen von der Charité in Berlin untersuchten die Gelenkbelastung an Land und im brusttiefen Wasser während verschiedener Übungen. Dazu instrumentierten sie die Hüft- und Knieendoprothesen (jeweils n = 6) von zwölf älteren Personen mit Sensoren, um in vivo Messungen durchführen zu können. Die Kräfte, die im Wasser auf das Gelenk wirkten, variierten zwischen 32 und 396 Prozent des Körpergewichtes. Die größten Kräfte wirkten bei dynamischen Bewegungen (zum Beispiel Kniehebelauf, Hampelmann), es folgten gewichtstragende (zum Beispiel Squats, Gehen) und langsame, nicht gewichtstragende Aktivitäten (zum Beispiel Abduktion der Hüfte). Im Vergleich zu denselben Übungen an Land reduzierte sich die auf das Gelenk wirkende Kraft im Wasser um 36 bis 55 Prozent. Der Widerstand erhöhte sich allerdings bei schnellen Bewegungen der betroffenen Extremität ohne Gewichtsbelastung und mit zusätzlichem Widerstand durch Aquafins (eine Art Miniflosse). Daher sollten die Ausgangsstellung, die Bewegungsgeschwindigkeit und der Einsatz von Widerstandsgeräten wie Aquafins dem Rehabilitationsverlauf angemessen gewählt werden.