Bei gesunden Personen erhöht Training die Ruheaktivität des Gehirns. Eine Forschergruppe aus Birmingham, USA, ging nun der Frage nach, ob auch Patienten mit Morbus Parkinson eine verstärkte Gehirnaktivität nach Übungstherapie zeigen. Dazu untersuchten sie 17 Betroffene, die gerade ein 16-wöchiges hochintensives Trainingsprogramm abgeschlossen hatten, vor und nach einer einzelnen Einheit Trainingstherapie (Erwärmung, Gerätetraining: drei Sätze mit acht bis zwölf Wiederholungen an Beinpresse, Beinstrecker, Brustpresse, Schulterpresse, Lat-Zug, insgesamt 35 bis 45 Minuten). Im funktionellen MRT (fMRT) beurteilten sie die Amplituden von niedrigfrequenten Fluktuationen des BOLD-Signals (amplitude of low frequency fluctuation – ALFF); diese Amplitude beschreibt die Gehirnaktivität in Ruhe. Auch untersuchten die Wissenschaftler Korrelationen zwischen der Lebensqualität (Fragebogen PDQ-39), der Symptomschwere (gemessen mit der Movement Disorders Society Unified Parkinson’s Disease Rating Scale – MDS-UPDRS) und der Gehirnaktivität. Das Ergebnis zeigte, dass eine einzelne Trainingseinheit das ALFF-Signal im fMRT erhöhte, und zwar bilateral in der Substantia nigra, rechts im ventromedialen präfrontalen Kortex (PFC) und links im ventrolateralen PFC. Auch wurden positive Zusammenhänge festgestellt zwischen der Lebensqualität und den ALFF-Werten im ventromedialen und -lateralen PFC. Die Autoren vermuten, dass sich der positive Effekt eines körperlichen Trainings bei idiopathischer Parkinson-Erkrankung wahrscheinlich durch eine Erhöhung der Ruhe-Gehirnaktivität erklärt.