Der Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) ist ein wichtiges Protein für den Schutz von Neuronen und spielt sowohl im zentralen als auch im peripheren Nervensystem eine Rolle. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass Übungstherapie sich positiv auf die BDNF-Konzentration im Blut auswirkt. Ein systematischer Literaturreview untersuchte nun den Einfluss von Bewegungstherapie auf die Symptomatik von erwachsenen Parkinson-Patienten. Die Suche in den bekannten Datenbanken bis Juni 2017 erbrachte zwei randomisierte kontrollierte Studien und vier präexperimentelle Studien mit insgesamt 100 gehfähigen Personen mit idiopathischem Morbus Parkinson (Hoehn / Yahr ≤ 3). Die Probanden in den Studien waren relativ homogen hinsichtlich Alter, Zeit seit Diagnosestellung, Gehfähigkeit und Parkinson-Stadium, die Interventionen waren unterschiedlich (Physiotherapie, Fahrradergometer, Laufband, Ellipsentrainer, Krafttraining, Nintendo Wii Fit und weitere). In allen sechs Studien stieg die BDNF-Konzentration im Blut durch die Übungstherapie. Die Autoren weisen darauf hin, dass die inkludierten Studien geringe Teilnehmerzahlen hatten und die methodische Qualität mittel bis gering war. Zukünftige, groß angelegte Studien sollten den Effekt von Bewegungstherapie auf die BDNF-Konzentration bei Morbus Parkinson weiter untersuchen.