Die wissenschaftlichen Gütekriterien sind in der Manuellen Therapie oft schwach, wie Teil 1 gezeigt hat. Erfahren Sie nun in Teil 2 mögliche Antworten und Lösungsvorschläge. Da es keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Haltung beziehungsweise Bewegung und den Schmerzen der Patienten gibt, stehen auch keine Normwerte zur Verfügung. Vergleiche von Mittelwerten sind dann wenig hilfreich.

Validität, Reliabilität und Empfindlichkeit sowie Sensitivität, Spezifität und relative Wichtigkeit wie auch die Anzahl der notwendigen Behandlungen (number needet to treat = NNT) weisen für viele typische Techniken der Manuellen Therapie schwache Werte auf. Ein Hauptgrund dafür ist, dass diese Konstrukte aus der strukturellen Sichtweise des biomedizinischen Denkmodells kommen. Dort beschäftigen sich die Forscher mit objektiv messbaren Parametern, für die es Normwerte gibt, wie beispielsweise die Thrombozytenzahl im Blut. Damit lässt sich ein Zusammenhang zwischen einer Abweichung von diesen Normwerten und dem Auftreten von Erkrankungen feststellen. Bei pathogenen Befunden wie Bakterien oder Viren können Forscher Korrelationen zwischen Menge und Virulenz der Mikroorganismen erfassen und daraus Schlussfolgerungen für die Erkrankungen ziehen. Mit validierten und reliablen Messinstrumenten können die Forscher die Empfindlichkeit von Testverfahren bestimmen. Sensitivität, Spezifität und relative Wichtigkeit entsprechender Befunde beziehungsweise Tests lassen sich damit definieren sowie auch die NNT.