Diese Frage stellten sich US-amerikanische Wissenschaftler in ihrer einfach verblindeten kontrollierten Studie. Sie teilten 59 Erwachsene mit Rheuma zufällig in zwei Gruppen: eine Experimentalgruppe mit neuromuskulärer elektrischer Stimulation (NMES, n = 31, Trainingsintensität: 31 Prozent der maximalen Kraftanstrengung) und eine Kontrollgruppe mit hochintensivem Krafttraining (n = 28, Trainingsintensität: 77 Prozent der maximalen Kraftanstrengung). Die Interventionen umfassten jeweils 36 Einheiten innerhalb von 16 Wochen. Die untersuchten klinischen Zielgrößen waren die Muskelstruktur und -zusammensetzung, die subjektive und objektive körperliche Funktion, die Durchführbarkeit der Interventionen hinsichtlich Schmerzen, Adhärenz, Ausfallquote und Krankheitsaktivität und myozytenbezogene Parameter (zum Beispiel Verhältnis zwischen Typ-I- und Typ-II-Muskelfasern). In beiden Gruppen verbesserten sich Muskelstruktur und -funktion signifikant. Es gab keine ernsten unerwünschten Nebenwirkungen der Trainingstherapie, wie eine Schmerzverstärkung oder einen Anstieg der Krankheitsaktivität. Die Ausfallquote betrug bei der NMES-Gruppe 29 Prozent und in der Kraftgruppe sieben Prozent. Die Autoren schlussfolgern, dass beide Maßnahmen effektiv sind, um die Muskulatur von Personen mit Rheumatoider Arthritis zu verbessern. NMES könnte eine hilfreiche Alternative für Patienten sein, die keine hochintensive Therapie tolerieren; dabei muss allerdings die erhöhte Ausfallquote bedacht werden.