Im ersten Teil dieser Artikelserie standen zentrale Sensibilisierungsprozesse sowie deren Beitrag zu komplexen Schmerzpräsentationen im Fokus. Die Erkennung von dominant zentralen Schmerzmechanismen anhand definierter Kriterien ist dabei sehr wichtig. Im zweiten Teil erklärt Ihnen der Autor nun, wie Patienten mit zentralen Sensibilisierungsprozessen bei muskuloskelettalen Beschwerden behandelt werden können.

Strukturelle Therapieansätze, die mit nozizeptiven Schmerzmechanismen begründet werden, haben bei einer zentralen Sensibilisierung oft nur begrenzte Erfolgschancen (1). Zentrale Sensibilisierungsprozesse schließen eine Veränderung kortikaler Strukturen mit ein. Diese beziehen sich nicht nur auf Areale, die mit der Schmerzempfindung assoziiert sind, sondern auch auf Regionen, die mit der initialen Entstehung von Schmerz primär nicht in Verbindung gebracht werden (1). Das Management von Patienten mit zentralen Sensibilisierungsprozessen erweist sich in der Praxis oft als große Herausforderung. Dabei spielen auch Rahmenbedingungen wie vorhandene Zeit, Infrastruktur und die Abhängigkeit von zuweisenden Ärzten eine Rolle.