Eine Patientin kommt mit einseitigem Kopfschmerz, Bewegungseinschränkungen und Schmerzen zur Physiotherapie. Auf der Verordnung vom Orthopäden steht Manuelle Therapie. Folgen Sie mit diesem Fallbericht einfach dem Clinical Reasoning des Therapeuten. Bei seiner Untersuchung und Therapie können Sie ihm fast über die Schulter schauen, auf jeden Fall nachvollziehbar folgen.

Zervikogener Kopfschmerz

Der zervikogene Kopfschmerz wird als referred pain definiert, der seinen Ursprung in der Halswirbelsäule hat. Die Prävalenz ist mit rund einem bis vier Prozent zwar recht niedrig, bei Kopfschmerzpatienten steigt sie jedoch um mehr als das Vierfache auf über 17 Prozent an. Nach einem Schleudertrauma entwickelt die Hälfte aller Patienten einen solchen Kopfschmerz (1–3).

Trigeminozervikaler Nukleus

Der Zusammenhang zwischen muskuloskelettalen Beschwerden in der Halswirbelsäule und dem Kopfschmerz liegt in der Konvergenz zwischen zervikalen Nerven und dem Trigeminusnerv im trigeminozervikalen Nukleus. In diesem werden nozisensorische Afferenzen aus den oberen drei Halswirbelsäulensegmenten auf das postganglionäre Neuron verschaltet. Dort kommt es auch zur Verschaltung mit dem N. trigeminus. Durch diese Verbindung mit dem Hirnnerv kann der referred pain im parietalen, frontalen und orbitalen Bereich entstehen.