Bisher sind die genauen Ursachen für eine Erkrankung an Multipler Sklerose noch nicht geklärt. Eine kürzlich veröffentlichte internationale Studie zeigt, dass ein spezieller Herpes-Virus Subtyp das Risiko für eine Erkrankung an MS erhöht.

Keine klassische Erbkrankheit

[jr] Obwohl erbliche Faktoren und auch äußere Einflüsse, wie Umweltfaktoren, eine Rolle spielen, ist MS keine klassische Erbkrankheit. Nur die Neigung an MS zu erkranken kann vererbt werden, die eigentliche Krankheit nicht. Als Mit-Auslöser werden immer wieder andere virale Infektionen (durch Masern-Viren, Herpesviren, oder Epstein-Barr-Viren), ein Mangel an Sonnenlichtexposition und den damit zusammenhängendem potentiellen Vitamin-D-Mangel oder auch Rauchen diskutiert.
Multiple Sklerose zählt zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Körpereigene Lymphozyten greifen die schützende und Impulsleitende Mark- oder Myelinscheide um die Nervenfasern herum an.

Humane Herpesviren

Die meisten Menschen infizieren sich in den ersten beiden Lebensjahren mit dem humanen Herpesvirus 6 (HHV-6). Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass eine Primärinfektion mit dem humanen Herpesvirus Subtyp HHV-6A im Kindesalter das Risiko auf eine spätere Multiple Sklerose erhöhen könnte. Der Subtyp HHV-6B ist der Verursacher des Drei-Tage-Fibers (Roseola infantum). Bisher gab es jedoch keinen Antikörpertest, der zwischen den beiden Subtypen HHV-6A und HVV-6B unterscheiden konnte.

Die Studie

Ein Forscherteam um Anna Fodgell-Hahn aus Stockholm hat einen neuen Nachweistest, der zwischen den zwei HHV-6 Subtypen unterscheiden kann, an 8.742 schwedischen MS-Patienten und 7.215 gesunden Menschen gleichen Alters und Geschlechts angewendet.
Als Resultat zeigte sich, dass das Vorhandensein des Subtyp HHV-6A mit einem 55 Prozent höheren Risiko an MS zu erkranken assoziiert war. Menschen mit dem Subtyp HHV-6B erkrankten signifikant seltener an MS. Ein noch höheres Risiko an MS zu erkranken, hatten Menschen, die gleichzeitig mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert waren.
Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse könnten sich neue Therapieoptionen ergeben.

 

 

 

Quellen:

Neurologen-und-Psychiater-im-Netz

Ärzteblatt

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