Unsicherheit herrscht in der Branche über ein Formular, das zum 1. Oktober 2020 gelten soll und seit gestern durch Social Media und Medienberichte geistert.

[js] „War es nur ein Versehen? Oder ein Versuchsballon? Fakt ist: Es gibt keinen Konsens über das neue Formular für die Heilmittelverordnung, das zum 1. Oktober 2020 eingeführt werden soll“, schreibt der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) in einer Erklärung vom 17. Januar 2020.

„Vorschlag bleibt weit hinter den Anforderungen der Praxis zurück“

„Die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am 16.01.2020 veröffentlichte Fassung ist lediglich ein gemeinsamer Vorschlag der KBV und des GKV-Spitzenverbandes. Dieser Vorschlag bleibt weit hinter den Anforderungen der Praxis zurück; denn er schafft neue Bürokratie, obgleich Bürokratieabbau mehr als überfällig ist“, so der SHV weiter.

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat den Auftrag an den GKV-Spitzenverband, die KBV und die maßgeblichen Heilmittelverbände erteilt, die Rahmenbedingungen für die Heilmittelversorgung neu zu gestalten, und zwar auf Augenhöhe.

Wichtige Felder fehlen

„Dies hat wohl noch nicht jeder verstanden. Anders lässt sich nicht erklären, dass der Entwurf (!) des neuen Verordnungsvordrucks erstmals vorsieht, dass jeder einzelne Behandler die Therapieleistungen quittieren sollen. Dies bedeutet 250 Mio. zusätzliche Unterschriften, also ein abwegiger Gedanke. Dem gegenüber fehlen auf dem Entwurf wichtige Felder für die Abrechnung der Therapieleistungen“, so der SHV.

„Untauglicher Versuch Unruhe in die Branche zu bringen“

„Dennoch: Die Verhandlungen der maßgeblichen Verbände über die Rahmenverträge, bei denen auch der neue Verordnungsvordruck Thema ist, laufen konstruktiv. Warum die KBV hier gut 8 Monate vor dem Stichtag 01.10.2020 quer schießt, kann nur vermutet werden. Es ist ein untauglicher Versuch Unruhe in die Branche zu bringen“, erklärt der Spitzenverband.

 

Quelle: SHV. 2020. Kein Konsens bei Formular Heilmittelverordnung. KBV verwirrt über Verhandlungsstand. https://www.shv-heilmittelverbaende.de/kein-konsens-bei-formular-heilmittelverordnung/; Zugriff am 17. 1. 2020