Pro Jahr erkranken in Deutschland durchschnittlich 244.000 Menschen an Demenz. Hierbei sind 50 bis 70 Prozent der Patienten von Alzheimer-Demenz betroffen. 15 bis 25 Prozent werden jedoch laut der S-3-Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) der vaskulären Demenz zugeordnet.

[jr] Amerikanische Wissenschaftler veröffentlichten vor kurzem eine Studie, in der sie zu dem Ergebnis kamen, dass die erfolgreiche Einstellung eines Bluthochdrucks das Demenzrisiko um 12 Prozent senken konnte. Das Risiko an Alzheimer zu erkranken sank laut der Studie um 16 Prozent.

In ihrer Metaanalyse werteten die Forscher sechs Gruppen prospektiver Beobachtungsstudien aus. Insgesamt wurden 31.090 Menschen über 55 Jahre, ohne vorbestehende Demenzerkrankung in zwei Gruppen aufgeteilt.

Die eine Gruppe (n=15553) umfasste Probanden, die zum Zeitpunkt der Studie „normale“ Blutdruckwerte von kleiner 140/90 mm Hg aufwiesen. Die andere Gruppe enthielt Studienteilnehmer, die erhöhte Blutdruckwerte aufwiesen. Innerhalb dieser Gruppe (n=15537) erhielt nur eine gewisse Anzahl an Patienten blutdrucksenkende Medikamente. Während der Beobachtungszeit erkrankten 3.728 Studienteilnehmer neu an einer Demenz. Davon handelte es sich bei 1,741 Teilnehmern um eine Alzheimer-Demenz.

Patienten deren Bluthochdruck medikamentös behandelt wurde, hatten ein um 12 Prozent signifikant geringeres Risiko an Demenz allgemein und ein um 16 Prozent geringeres Risiko an Alzheimer-Demenz zu erkranken.

Die medikamentöse Blutdruckkontrolle reduzierte somit nicht nur das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen, sondern wirkte sich auch positiv auf das Risiko später einmal an Demenz zu erkranken aus. Dabei spielte es laut den Wissenschaftlern keine Rolle, welche Substanzklasse von Blutdrucksenkern eingesetzt worden war.

 

 

Quellen: Ärzteblatt, Originalstudie