Menschen mit Multipler Sklerose leiden häufig auch unter Depressionen. Dies verstärkt die ohnehin schon enorme Krankheitslast und führt neben einer herabgesetzten Lebensqualität auch häufig zu einer Verschlechterung des Gesamtzustandes. Körperliche Aktivität bewirkt eine Linderung der Symptome.

Positive Effekte

In früheren Studien konnte bereits gezeigt werden, dass sich körperliche Aktivität im Vergleich zu reiner Edukation oder Standardbehandlung positiv auf Depressionen bei MS-Patienten auswirken kann. Was genau den positiven Effekt ausmacht, wurde jedoch nicht analysiert.
Forscher haben nun untersucht, ob Verhaltensaktivierung oder Behaviorale Aktivierung der Grund hierfür sein könnte.

Verhaltensaktivierung bedeutet zu handeln, anstatt zu vermeiden. Die grundlegende Idee des Therapieansatzes ist es, durch Handeln positive Erfahrungen zurückzugewinnen und somit dem Verlust, für die Patienten persönlich bedeutsamer und lohnenswerter Tätigkeiten entgegenzuwirken.

Möglicher Mechanismus

In ihrer randomisierten kontrollierten Studie mit 64 Teilnehmern analysierten die amerikanischen Wissenschaftler, ob Verhaltensaktivierung ein möglicher Mechanismus ist, durch den körperliche Aktivität die Symptome einer Depression lindern kann. Die Teilnehmer wurden zufällig auf zwei Gruppen aufgeteilt. Die Aktivitätsgruppe wurde telefon-basiert zu körperlicher Aktivität motiviert. Die Edukationsgruppe wurde nur informiert.

Größere Fortschritte

In den ersten drei Monaten zeigten die Probanden der Aktivitätsgruppe größere Fortschritte in ihrer Verhaltensaktivierung als die Teilnehmer der Edukationsgruppe. Nach sechs Monaten wurde die Förderung im Sinne von „Tun statt Vermeiden“ mit geringeren depressiven Symptomen assoziiert.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler ist, dass Verhaltensaktivierung ein möglicher Mechanismus sein könnte, über den sich die Symptome einer Depression bei MS-Patienten verbessern. Weitere Studien im Hinblick auf die Relevanz persönlich bedeutsamer Aktivitäten im Leben von MS-Patienten, könnte die Betroffenen dabei unterstützen ihre Lebensqualität zu steigern.

 

 

Quellen:

 

Deutsches Gesundheitsportal

Originalstudie