Die Cleven-Stiftung und DAK-Gesundheit starteten vor drei Jahren die bundesweite Initiative „fit4future Kids“ aufgrund des akuten Bewegungsmangels von Kindern. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung der TU München bestätigt die positive Auswirkung auf die Grundschüler. Diese ernähren sich bewusster, sind aktiver und streiten weniger mit ihren Mitschülern. Aufgrund des großen Erfolges wird das Programm nun in diesem Jahr auch auf Kitas ausgeweitet.

Effektivität des Programmes

[jr] Das Präventionsprojekt „fit4future Kids“ wird seit 2016 an 200 Grund- und Förderschulen in Deutschland unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn durchgeführt. Drei Jahre nach Beginn des Programms untersuchten Wissenschaftler die Effekte der Initiative. Hierzu befragten sie deutschlandweit 2500 Kinder zu Beginn der zweiten Klasse. Die Schüler wurden über die folgenden drei Jahre wissenschaftlich begleitet.

Fortschritte

„Im Projektverlauf von ‚fit4future‘ zeigen sich zahlreiche positive Effekte im Bereich des Gesundheitsverhaltens und der sportmotorischen Fitness der Kinder – ein tolles Ergebnis“, sagt Prof. Dr. Martin Halle, Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin an der TU München. Im Bereich Ernährung zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Die Kinder greifen auf weniger zuckerhaltige Getränke zurück und verzehren auch weniger Süßigkeiten.  Zu Beginn der zweiten Klasse gaben 28,1 Prozent der Kinder an, täglich Süßigkeiten zu verzehren. Am Ender der vierten Klasse waren es nur noch 17,6 Prozent. Der tägliche Konsum von zuckerhaltigen Getränken ging um fast sechs Prozent zurück.  Auch bei der Bewegung sind deutliche Fortschritte zu beobachten. Zu Beginn des Programms waren 11,6 Prozent der Kinder täglich mehr als eine Stunde aktiv. Am Ende der zweiten Klasse waren es schon 20,7 Prozent.

Für Kinder und Lehrkräfte

Das Programm besteht aus drei Modulen: Bewegung, Ernährung und Brainfitness/Stressbewältigung. Spielerische Umsetzung steht hierbei im Vordergrund. Neben Ernährung und Bewegung sollen die Kinder auch für die Themen Internetnutzung und Computerspiele sensibilisiert werden. Zudem beinhaltet das Programm Ansätze zur Verhaltensprävention in sechs Themenbereichen. Aber nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehr- und pädagogischen Fachkräfte in ihrer Vorbildfunktion werden mit eingebunden. Auch deren Gesundheitszustand wird von der TU München abgefragt.

Soziale Kompetenz

Neben Bewegung und Ernährung gibt es positive Ergebnisse im Bereich der Sozialkompetenz und der Stressbewältigung. Nach drei Jahren hat sich die Zahl der Kinder, die angeben keinen Streit mehr mit Mitschülern zu haben oder von ihnen geärgert zu werden, signifikant erhöht. Die Wissenschaftler führen dies auf die verbesserten und regelmäßigen Spiel- und Bewegungsangebote zurück.

„Nach drei Jahren ‚fit4future‘ wird deutlich, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, zu den Ergebnissen. „Unser Programm zeigt Wirkung, es macht Kinder fitter für die Zukunft. Ich bin sehr stolz darauf, dass ‚fit4future‘ nach drei Jahren einen so großen Unterschied im Leben der Kinder macht“, sagt Dr. Hans-Dieter Cleven, Gründer der Cleven-Stiftung, zu dem positiven Ergebnis. Auf das Thema Medienkonsum soll in diesem Jahr besonders eingegangen werden.

Ausweitung auf Kitas

„ […] Noch sind wir aber nicht am Ziel und wollen unsere Präventionsbemühungen weiter intensivieren“, so Andreas Storm. „Mit ‚fit4future Kita‘ weiten wir unser Präventionsangebot deshalb nun auf Kindertagesstätten aus.“ Bereits im vergangenen Jahr startete „fit4future Teens“ an 400 weiterführenden Schulen, im Schuljahr 2020/2021 werden weitere 400 Schulen eingebunden. Das Projekt startet in diesem Jahr in 200 Kitas. Weitere 200 Kitas kommen dann im Jahr 2021 hinzu.

 

Mehr zu „fit4future“:  www.fit-4-future.de

 

 

Quelle: Deutsches Gesundheitsportal