Am 25. März 2020 hat der Deutsche Bundestag den ersten Rettungsschirm für Krankenhäuser und Ärzte im Eilverfahren beraten und beschlossen. Dieser soll im ersten Schritt die Akutversorgung von Covid-19-Patienten sicherstellen. „Physiotherapeuten profitieren davon leider noch nicht“, meint Physio-Deutschland.

[js] „Wir setzen auf den nächsten Rettungsschirm – Versorgung sichern, jetzt!“, fordert Physio-Deutschland in einer Erklärung vom 27. März.

Weitere Maßnahmen müssen folgen

„Unsere […] Gespräche mit Abgeordneten und der Presse in den letzten Tagen haben bereits erste Reaktionen gezeigt. Sowohl Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, als auch zahlreiche Abgeordnete haben sich klar positioniert: Weitere Maßnahmen für weitere Berufsgruppen der Gesundheitsversorgung müssen und werden folgen“, so der Verband weiter.

„Wir nehmen die Verantwortlichen in der Politik und bei den Kostenträgern beim Wort und rechnen deshalb mit Vorschlägen für eine schnelle Unterstützung unserer Praxen in den nächsten Tagen“, erklärt Andrea Rädlein, Vorsitzende von Physio-Deutschland.

Hohe Umsatzeinbußen gefährden den Fortbestand der Praxen

Der Verband  fordert konkret Ausgleichzahlungen zur Unterstützung der Physiotherapiepraxen bundesweit. Hohe Umsatzeinbußen durch ausbleibende Patienten gefährden aktuell den Fortbestand der Praxen als zugelassene Leistungserbringer gemäß § 124 Abs. 1 SGB V.

Damit ist die Patientenversorgung massiv gefährdet. Physiotherapie ist ein unverzichtbarer Teil der Gesundheitsversorgung in Deutschland. „Die Politik muss sehr zeitnah ein deutliches Zeichen in unsere Richtung senden“, so Andrea Rädlein und betont damit auf die Dringlichkeit eines weiteren Rettungsschirms durch die Politik.

„Unsere Forderungen auf zeitnahe Ausgleichzahlungen haben Bestand, jetzt geht es um deren Umsetzung“, so Andrea Rädlein.

Ausgleichszahlungen erforderlich

Aus Sicht des Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) sollte die Grundlage für die Berechnung der Höhe der Ausgleichszahlungen die Umsätze des zugelassenen Heilmittelerbringers im Rahmen der Behandlung der Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung im 4. Quartal 2019 sein. Maßgebliche Basis zur Ermittlung der Höhe der Ausgleichszahlung ist dann der für die Monate Oktober bis Dezember durchschnittlich abgerechnete Bruttoumsatz (inkl. Zuzahlung) aus allen Leistungen, die die GKV vergütet hat.

Außerdem fordert Physio-Deutschland die Krankenkassen auf, den Leistungserbringern die zusätzlichen Kosten für außerordentliche Maßnahmen zu erstatten, die zur Sicherstellung der Heilmittelversorgung während des Bestehens der epidemischen Notlage nach § 5 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz erforderlich sind. Hierzu steht eine Antwort der Kostenträger noch aus.

Gemeinsam den Druck hochhalten!

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sogenannte Prüfaufträge für die Unterstützung weiterer Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung bereits Anfang dieser Woche an die zuständigen Mitarbeiter in seinem Ministerium gegeben. „Wir sind im intensiven Austausch mit der Arbeitsebene im Ministerium und betonen […] die Dringlichkeit von Ausgleichszahlungen“, sagt Thorsten Vogtländer, Geschäftsführer von Physio-Deutschland.

Parallel zu den Aktivitäten auf der Bundesebene, finden Gespräche mit Vertretern des GKV-Spitzenverbandes sowie mit vielen Bundestagsabgeordneten statt.

 

Quelle: Physio-Deutschland. 2020. Wir setzen auf den nächsten Rettungsschirm – Versorgung sichern, jetzt! https://pt.rpv.media/i4; Zugriff am 27.3.2020

 

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