Für das neue Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es bisher keinen Impfstoff. Ärzte aus China testeten nun die Behandlung schwerkranker Covid-19 Patienten mittels Transfusion von Rekonvalseszenten-Plasma. Dies besserte den klinischen Status der Patienten. Klinische Studien müssen nun zeigen, ob diese Form der Behandlung zielführend ist.

Rekonvaleszenten-Plasma

[jr] Chinesische Ärzte berichteten in der Fachzeitschrift JAMA über eine Fallserie. Sie behandelten fünf kritisch erkrankte Covid-19-Patienten mit akutem Lungenversagen während einer schweren Lungenentzündung indem sie ihnen Rekonvaleszenten-Plasma intravenös zuführten. Das bedeutet Plasma von Menschen, die bereits wieder genesen waren. Der Virustiter ließ sich durch antivirale Medikamente nicht senken. Alle Patienten mussten künstlich beatmet werden. Der Quotient aus arteriellem Sauerstoffpartialdruck (PaO2) und der inspiratorischen Sauerstoffkonzentration (FiO2), der sogenannte Horovitz-Quotient, lag bei < 300.

Behandlung

Das Alter der Patienten lag zwischen 36 und 65 Jahren. Zwei der fünf Personen waren weiblich. Jeder der fünf Patienten erhielt eine Transfusion des Plasmas, welches den spezifischen SARS-CoV-2-spezifischen Antikörper enthielt zwischen dem 10. Und dem 22. Tag nach ihrer Hospitalisierung.

Wesentliche Zielgrößen

Zu den wesentlichen Zielgrößen zählten die Änderung der Körpertemperatur, der SOFA (Sequential Organ Failure Assessment)-Wert (Werte von 0 bis 24; höhere Werte zeigen eine schwerere Krankheit an), der Horovitz-Quotient (PaO2/FiO2), die Viruskonzentration, der Antikörpertiter im Serum, klassische Laborwerte, das Ausmaß des Lungenversagens und die Notwendigkeit für eine extrakorporale Membranoxygenierung (EMCO) vor und nach Erhalt des Rekonvaleszenten-Plasmas.

Klinische Veränderungen

Nach der Transfusion des Rekonvaleszenten-Plasmas konnten die Ärzte einige Veränderungen beobachten. Bei vier der fünf Patienten normalisierte sich die Körpertemperatur innerhalb von drei Tagen. Der SOFA-Wert verbesserte nach der Transfusion von Werten zwischen 2-10 auf Werte zwischen 1 bis 4. Der Horovitz-Quotient stieg zudem innerhalb von 12 Tagen auf Werte zwischen 284-366. Im Vergleich dazu lagen die Werte vor der Transfusion zwischen 172-276. Die gemessene Viruskonzantration nahm ab, so dass verschiedene Tests nach 12 Tagen bei allen Menschen negativ ausfielen. SARS-CoV-2-spezifische Antikörpertiter und -ELISA Tests (Tests auf die SARS-CoV-2 Antikörper) stiegen nach der Transfusion an. (vor der Transfusion: 40–60, nach 7 Tagen: 80–320). Vier der fünf Patienten litten nach 12 Tagen nicht mehr unter akutem Lungenversagen und drei benötigten nach 14 Tagen keine künstliche Beatmung mehr. Nach 51-55 Tagen konnten drei der Patienten entlassen werden, die zwei anderen befanden sich in einem stabilen Zustand.

Fazit

Durch die Behandlung mit Rekonvaleszenten-Plasma zeigte sich eine deutliche Verbesserung des klinischen Status der fünf schwerkranken Patienten. Aufgrund der geringen Patientenzahl und dem Studiendesign lässt sich keine objektive Bewertung dieser Behandlungsform treffen. Es bedarf nun exakter klinischer Studien, um eindeutigere Aussagen bezüglich der Wirksamkeit der Therapie mit Rekonvalezenten-Plasma treffen zu können.

 

 

Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, Fallserie