Eine brasilianische Studie zeigt, dass Betroffene ihre Migräne durch aerobe Sportprogramme messbar bessern konnten. Auch der Blutgehalt der eventuell mit dem Entstehen der Migräne in Verbindung stehenden Endocannabinoide konnten durch Sport messbar gesenkt werden.

[jr] Der menschliche Körper produziert selbst Cannabinoide. Diese als Endocannabinoide bezeichneten Substanzen werden immer wieder in Zusammenhang mit der Entstehung von Migräne genannt und untersucht. Forscher aus Brasilien untersuchten nun, wie sich die Blukonzentration von Anandamid, einem speziellen Endocannabinoid durch Sport beeinflussen lässt und, ob es dies bei Menschen mit und ohne Migräne unterschiedlich erfolgt.

Episodische Migräne

Im Rahmen der randomisierten kontrollierten Studie führten 50 Probanden mit Migräne und Kontrollpersonen ohne Kopfschmerzerkrankung über einen Zeitraum von 12 Wochen aerobe Sportprogramme durch. Das mittlere Alter der Studienteilnehmer lag bei 36,2 Jahren. Neben den klinischen Effekten auf die Migräne wurde die Konzentration von Anandamid im Blut an kopfschmerzfreien Tagen gemessen. Zudem wurden psychologische Effekte und Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System untersucht. Die Zahl der der monatlichen Migränetage- und -attacken wurde dokumentiert. Bei den Migränepatienten handelte es sich ausnahmslos um Personen, welche unter episodischer Migräne leiden und keine Prophylaxemedikation einnehmen. Die Studienteilnehmer wurden zufällig auf die Sportgruppe oder eine Warteliste verteilt.

Positive Auswirkungen

Das Sportprogramm führte zu einer signifikanten Abnahme von Anandamid im Blutgehalt. Sowohl bei den Migränepatienten als auch bei den Kontrollpersonen. Zudem konnten insgesamt weniger „Migränetage“ verzeichnet werden. Die Patienten erlitten weniger Attacken und konnten die Einnahme von Migränemedikamenten herabsetzen. Darüber hinaus konnte eine signifikante Zunahme der Herz-Kreislauf-Fitness bei Menschen mit und ohne Migräne beobachtet werden. Die Probanden berichteten außerdem über eine Verbesserung im Hinblick auf bestehende Ängste, depressive Symptome, Ärger und Fatigue. Der geringere Verbrauch an Migränemitteln, die Zunahme an Herz-Kreislauf-Fitness und der gesenkte Blutgehalt an Anandamid korrelierten laut den Wissenschaftlern signifikant.

 

Das Fazit der Forscher: Sportprogramme sollten einen wesentlichen Bestandteil der Migräneprophylaxe bilden.

 

 

 

Quellen : Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie