„Rettungsschirm mit Ausfallzahlungen für die Heilmittelpraxen ist überfällig“, so der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV). Weil die Praxen als systemrelevant eingestuft sind und deshalb ebenso wie Arztpraxen weiter öffnen (müssen), müssen „notwendige Gelder freigegeben werden“, fordert der SHV.

[js] „Unerwartet schnell und großzügig hat die Bundesregierung, haben die Landesregierungen Geld zur Verfügung gestellt, um die aktuelle Belastung in der stationären Versorgung und bei den Ärzten aufzufangen. Auch für die gewerbliche Wirtschaft wurde in der letzten Woche ein Rettungsschirm gespannt“, so der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) in einer Pressemitteilung von 29. März.

Zuschüsse: „Tropfen auf den heißen Stein“ für kleine Heilmittelpraxen

Aber nur für die kleineren Heilmittelpraxen gibt es bisher einmalige Zuschüsse von 9.000 Euro beziehungsweise 15.000 Euro. „Dass dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist und unsere Heilmittelpraxen nicht retten kann, weiß die Politik, wissen die Krankenkassen“, so der Spitzenverband weiter.

Ausfallzahlungen nötig, keine Darlehen

„Deshalb sind die nächsten Tage entscheidend“, schreibt der SHV. Und weiter: „Wer im Interesse der Versicherten der GKV die ambulante Versorgung in den Heilmittelpraxen retten will, muss jetzt die notwendigen Gelder freigeben. Da kann es nicht um Darlehen gehen, die die Heilmittelpraxen in ihrer historisch schlechten Einkommenslage gar nicht zurückzahlen können: es muss Ausfallzahlungen geben, also verlorene Zuschüsse, weil die Heilmittelpraxen als systemrelevant eingestuft sind und deshalb ebenso wie die Ärzte weiter öffnen (müssen).“

Tatsache ist: 60-80 Prozent der Patienten sind zurzeit so verunsichert, dass sie gebuchte Behandlungstermine absagen. „Dass die Ärzte zunehmend zurückhaltend verordnen, weil sie angebliche Gefahren für die Patienten in den Heilmittelpraxen vermeiden wollen, tut ein Übriges“, sagt der SHV.

Polster bei den Kassen ist vorhanden

„Leere Praxen bedeutet aber leere Kassen bei den Praxen und damit deutliche Ausgabensenkungen bei den Krankenkassen. So entsteht bei den Kassen ein Polster, das nun zielorientiert eingesetzt werden kann, zur Rettung der Heilmittelpraxen, und zwar schnell“, so der weiter SHV.

„Die Gesundheitspolitik muss deshalb in der kommenden Woche handeln. Gemeinsam mit den Krankenkassen muss das Bundesgesundheitsministerium (BMG) Ausgleichszahlungen in angemessener Höhe bestimmen: die Zahlungen der Kassen müssen gemeinsam mit dem Kurzarbeitergeld die wirtschaftliche Existenz der Heilmittelpraxen garantieren. Unsere Praxen wollen in der ganz großen Überzahl auch jetzt, auch in der Krise therapieren, denn der Behandlungsbedarf der Patienten lässt sich nicht auf Knopfdruck an- und abschalten. Auch dieser Einsatz muss anerkannt, muss honoriert werden“, fordert der SHV.

 

Quelle: SHV. 2020. Ungeduld in den Heilmittelpraxen gewaltig – Rettungsschirm mit Ausfallzahlungen für die Heilmittelpraxen ist überfällig. https://pt.rpv.media/ij; Zugriff am 30.3.2020

Lesen Sie auch:

Update Coronakrise: SHV – wann kommt die Bundesregierung ihrer Verantwortung nach?

Update Coronakrise: Offener Brief des SHV – Schutzschirm auch für die Heilmittelbranche unverzichtbar

Zur Zeit finden Sie tägliche Updates zur Coronakrise auf www.physiotherapeuten.de und auf unserer Facebookseite.