Heute betont der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) erneut, dass die Bundesregierung ihrer Verantwortung nachkommen müsse. Die Zeit drängt!

[tb] In der heutigen Pressemitteilung erklärt der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV), dass nicht viel Zeit bleibe. Am 27. März 2020 stehe die Verabschiedung des COVID-19-Gesetz im Bundestag und Bundesrat an. Finanzielle Unterstützung sei immer noch nicht in Sicht. Ohne Schutzschirm drohe einem großen Teil der Heilmittelpraxen das wirtschaftliche Ende. Die Situation beschreibt der SHV als kritisch:

„Schon jetzt liegen die Umsatzrückgänge bei 60 bis 90 Prozent, mit täglich zunehmender Tendenz. Verunsicherte Patienten sagen ihre lang vereinbarten Termine ab und aufgrund der Krisensituation kommen kaum neue Patienten in die Praxen. Die Patienten sind massiv verunsichert, nicht zuletzt, weil viele der Praxen weder auf Handschuhe noch auf Mund-Nasenschutz zurückgreifen können, weil die Heilmittelpraxen noch nicht in die Verteilung in den Bundesländern einbezogen werden.“

Die Heilmitteltherapie bedürfe ebenso wie die ärztliche Therapie des besonderen Schutzes durch das Bundesministerium für Gesundheit und den GKV-Spitzenverband.

„Heilmittelerbringer üben kein Gewerbe aus, sondern sind als Freiberufler unverzichtbarer Teil unseres medizinischen Versorgungssystems, das auch in solch einer Krise nicht zerschlagen werden darf“, so der SHV.

Das BMG sei daher aufgefordert, den Rettungsschirm im COVID-19- Gesetz deutlich weiter zu spannen und umgehend strukturerhaltende Mittel auch für den Heilmittelbereich zur Verfügung zu stellen. Dabei gehe es in erster Linie um Ausgleichszahlungen:

  • für COVID-19 bedingte Umsatzeinbrüche,
  • für die Selbstbeschaffung notwendiger Schutzmaßnahmen,
  • und allenfalls – für den Übergang und nur zur Sicherung der Liquidität – um Darlehen.

Denn: Der finanzielle Rahmen in der Heilmittelversorgung sei so eng gesteckt, dass die Praxen die krisenbedingten Kosten und Honorarausfälle nicht selbst finanzieren können.

Physio Deutschland informiert aktuell auf einer Corona-Themenseite unter anderem auch zu Fragen nach wirtschaftlicher Unterstützung. „Die Bundesregierung und die Europäische Union arbeiten an Finanzierungshilfen insbesondere für Freiberufler und Kleinunternehmen“ heißt es dort.

Empfohlen wird aktuell die Dokumentation von Arbeitsausfällen, um zukünftige Finanzierungsalternativen nutzen zu können.

Quellen: SHV. 2020. COVID-19-Gesetzentwurf der Bundesregierung geht nicht weit genug, um notwendige Patientenversorgung zu sichern.  Zugriff am 22.03.1010

Physio Deutschland. 2020. Aktuelle Informationen für physiotherapeutische Praxen rund um den Coronavirus; Zugriff am 22.03.2020

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