Chinesische Wissenschaftler stellten in einer Meta-Studie fest, dass sich die Ausübung von Tai Chi positiv auf verschiedene Bereiche einer COPD-Erkrankung auswirken kann. Dazu gehörte die Lungenfunktion, die körperliche Leistungsfähigkeit, die Lebensqualität sowie Ängste und Depressionen.

[jr] Patienten, die an COPD erkrankt sind, wird empfohlen sich zu bewegen. Außer den Sportübungen der Lungenrehabilitation und den Atemübungen wird mittlerweile auch zu meditativen Bewegungen geraten. Eine dieser Bewegungsformen stellt die aus China stammende Kampf- und Bewegungskunst Tai Chi dar. Ziel hierbei ist es, den Körper und den Geist durch langsame, fließende Bewegungen ins Gleichgewicht zu bringen.

16 Studien wurden analysiert

Um die Wirksamkeit von Tai Chi auf eine COPD- Erkrankung zu untersuchen, führten Forscher aus China eine Meta-Analyse durch. Hierzu screenten sie verschiedene Datenbanken nach geeigneten Studien, welche von 2009 bis 2018 veröffentlicht wurden.
Die Einschlusskriterien waren wie folgt: es musste sich um randomisierte kontrollierte Studien handeln, eine diagnostizierte COPD-Erkrankung der Patienten musste vorliegen, ein Teil der Patienten führte neben der Standardbehandlung zusätzlich Tai Chi oder Tai Chi Qigong durch, die Kontrollgruppe erhielt nur die Standardbehandlung mit oder ohne zusätzliche Atem- beziehungsweise Sportübungen. Von all den gescreenten Studien wurden anhand der Kriterien 16 ausgewählt und in die Meta-Analyse aufgenommen.

Insgesamt wurden die Daten von 1096 COPD-Patienten untersucht. Die durchschnittliche Trainingszeit einer Tai Chi-Intervention betrug 53,4 Minuten. Patienten führten durchschnittlich 4,13 Einheiten Tai Chi pro Woche über einen Zeitraum von durchschnittlich 4,13 Monaten aus.

Positive Effekte

Die Patienten der Interventionsgruppe mit Tai Chi zeigten vielfältige Verbesserungen im Vergleich zu den Patienten der Kontrollgruppe. So zeigte sich eine Verbesserung der Lungenfunktion, unter anderem in Form einer besseren Einsekunden-Kapazität (FEV1). Auch die körperliche Leistungsfähigkeit steigerte sich. Diese wurde mittels des 6-Minuten-Gehtests bestimmt. Hier schnitten die Patienten der Interventionsgruppe signifikant besser ab. Zudem zeigten die COPD-Patienten der Interventionsgruppe ein besseres Testergebnis beim COPD Assessment Test (CAT), welcher die Stärke der Symptome der Patienten erfasst. Weitere positive Auswirkungen von regelmäßigen Tai Chi-Übungen zeigten sich hinsichtlich der Lebensqualität und Ängsten beziehungsweise Depressionen, welche mittels St. George’s Respiratory Questionnaire (SGRQ) und Chronic Respiratory Disease Questionnaire (CRQ) beziehungsweise der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) bestimmt wurden.

Tai Chi könnte somit einen wertvollen Beitrag zur Lungenrehabilitation bei Patienten mit COPD leisten.

 

 

 

Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie