Das Corona-Virus hat die Welt fest im Griff. Die Bundesregierung hat zahlreiche Hilfspakete verabschiedet. Einen weiteren gezielten Rettungsschirm für Heilmittelerbringer soll es zunächst nicht geben, so Minister Spahn (CDU). Dr. Roy Kühne (auch CDU) , Physiotherapeut und Bundestagsmitglied, fordert weitere Unterstützung. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) ebenfalls.

[js] In einem Facebook Live-Chat (ab 10:15) äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am 2. April zum Rettungsschirm  für Logopäden, andere Heilmittelerbringer und Gesundheitsberufe.

Minister Spahn will Wirkung der Hilfsmaßnahmen abwarten

Der Minister im O-Ton: „Es ist wie folgt: Das wir jetzt auch erst mal schauen, wie die anderen Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung dort wirken.“ Es gäbe ja Liquiditätszuschüsse, die Möglichkeit Mietzahlungen zu reduzieren, Bürgschaften und Bankkredite. Der Politiker versichert, dass er die Situation im Blick behalten will und weist darauf hin, dass die Maßnahmen erst letzte Woche beschlossen wurden.

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Gepostet von Jens Spahn am Donnerstag, 2. April 2020

 

Dr. Roy Kühne fordert: „Die Branchen brauchen unsere Unterstützung“

Nach den notwendigen Hilfen der vergangenen Woche fordert der Physiotherapeut und CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne in einer Pressemitteilung vom 2. April weitere Maßnahmen durch den Bund:

„Die Unterstützung für die Krankenhäuser, die niedergelassenen Ärzte, Pflege und die stationären Reha-Einrichtungen, die der Bundestag in der letzten Woche beschlossen hat, waren notwendig und zielgerichtet. Alle Akteure des Gesundheitswesens leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Versorgung der Menschen in unserem Land. Daher muss es jetzt unsere Aufgabe sein, die ambulante Versorgung zu stärken und die Leistungserbringer zu unterstützen.“ (Fach-)Ärzte, Pflegepersonal, Therapeuten, Hebammen, Mitarbeiter von Sanitätshäusern und alle anderen Leistungserbringer müssten die Sicherheit bekommen, dass sie auf staatliche Unterstützung vertrauen können. Dabei ginge es sowohl um die finanzielle Absicherung, als auch um die Ausstattung mit zusätzlicher Schutzausrüstung, so Kühne.

„Anstrengungen auf alle gesundheitsrelevanten Berufe ausweiten“

„Ich bin Bundesgesundheitsminister Spahn dankbar für die schnelle und unbürokratische Hilfe, die Krankenhäuser, ambulante und stationäre Pflege und die stationären Reha-Einrichtungen bereits erfahren haben. Auch die bundesweit einheitliche Beschaffung mit Schutzausrüstung durch sein Haus führt zu deutlichen Beschaffungsanstiegen. Allerdings müssen wir die Anstrengungen auf alle gesundheitsrelevanten Berufe ausweiten, um sie aufgrund der Versorgungsrelevanz zu schützen“, führte Kühne weiter aus.

Er selbst hatte dazu bereits in der Vergangenheit einen „Rettungsschirm“ vorgeschlagen, der betroffene Einrichtungen unbürokratisch und schnell unterstützen könnte. Diese und weitere konkrete Hilfen müssten jetzt zeitnah durch das Kabinett geprüft werden, so Kühne. (1)

Therapeuten-Vertreter fordern weiterhin Rettungsschirm

Alle Appelle des Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) wurden bisher mehr oder weniger überhört (siehe: Lesen Sie auch): „Rettungsschirm mit Ausfallzahlungen für die Heilmittelpraxen ist überfällig“, so der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV). Weil die Praxen als systemrelevant eingestuft sind und deshalb ebenso wie Arztpraxen weiter öffnen (müssen), müssen „notwendige Gelder freigegeben werden“, fordert der SHV. (2)

 

Quellen:

  1. VPT. 2020. Dr. Roy Kühne fordert: „Die Branchen brauchen unsere Unterstützung“. https://pt.rpv.media/kf; Zugriff am 3.4.2020
  2.  SHV: „Historisch schlechte Einkommenslage“ in den Heilmittelpraxen

 

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