Bedingt durch die Corona-Krise hat sich der Alltag komplett verändert. Auch die Schulen sind bis auf weiteres geschlossen. Nur Abschlussklassen, Kinder von Eltern mit systemrelevanten Berufen und seit dem 27. April auch Kinder von Alleinerziehenden bilden eine Ausnahme. Wie gehen die Schulen mit dieser erschwerten Situation um? Und was sagen die Schüler dazu?

Unterricht ist Interaktion

[jr] Auch wenn sich leicht der Gedanke aufdrängen kann, Lehrer hätten während dieser Krise weniger zu tun, da der normale Unterrichtsalltag wegfällt, sieht die Realität oft anders aus. Abgesehen von der – oft auch persönlichen – Anwesenheitspflicht bei Konferenzen stellen viele Lehrer Unterrichtsmaterial in digitaler Form von Powerpoint-Präsentationen bis hin zu YouTube-Videos zur Verfügung. Das alles bedeutet auch einen immensen Arbeitsaufwand, der nicht unterschätzt werden darf, denn die Inhalte für die digitale Lehre müssen didaktisch und methodisch sinnvoll aufbereitet und umstrukturiert werden. Unterricht lebt von Interaktion und diese kann in normalem Ausmaß derzeit nicht stattfinden.

Ständiger Austausch ist wichtig

Die Ludwig Fresenius-Schulen in Koblenz gehen hier mit gutem Beispiel voran. Da derzeit auch hier kein Präsenzunterricht stattfinden kann, organisiert Schulleiterin Jette Fischer digitalen Unterricht für die angehenden Physiotherapeuten. Hier erhalten die Schüler einen digitalen Stundenplan in welchem die Uhrzeiten, Studienumfänge und Inhalte aufgeführt sind. Die Lehrer dürfen selbst entscheiden in welcher Form der Unterrichtsstoff vermittelt wird. Über eine Lernplattform werden Materialien, wie Vorlesungen, Texte, Aufgaben oder auch Tests hochgeladen. Zudem gibt es feste virtuelle „Sprechstunden“, wo Schüler mit Lehrern in direktem Kontakt stehen, so dass ein ständiger Austausch erfolgen kann.

Flexibilität und Eigenverantwortlichkeit

Der Lehrplan läuft bisher im vorgesehenen Tempo weiter, egal um welchen Schultyp es sich handelt. Hier ist natürlich ein hohes Maß an Flexibilität und Geduld erforderlich, vor allem bei den Grundschülern, die teilweise etwas länger brauchen, sich auf die neue Situation ohne Klassenkameraden und wieder mit den Eltern als direkte erste Ansprechpartner, einzustellen.

Für die meisten Schüler ist es sehr wichtig, auch online in direktem Kontakt zu stehen, denn sie vermissen den echten Kontakt zu ihren Mitschülern, Freunden und Lehrkräften. Die nötige Motivation und Disziplin aufzutreiben und sich nicht ablenken zu lassen, fällt einigen Schülern schwer. Positiver Aspekt für die älteren Schüler ist jedoch das gewisse Maß an zeitlicher Flexibilität, um die Lernaufgaben zu erledigen. Zudem lernen die Schüler auf neue Art eigenverantwortlich zu lernen und zu handeln.

 

 

 

Quelle: Interview mit Jette Fischer