Bedingt durch die aktuelle Situation kann das normale Bewegungsverhalten von Kindern nicht stattfinden. Wie sich das genau auf die Kinder auswirkt ist unklar, jedoch weiß man bereits, dass Kinder an schulfreien Tagen weniger aktiv sind, mehr sitzen und oft weniger gut oder ausreichend schlafen. Internationale Experten geben hierzu in einer neuen Studie Empfehlungen.

[jr] Durch die Corona-Pandemie bedingte Kontaktsperre kann es durch Bewegungs- und Schlafmangel bei Kindern zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit im Hinblick auf die Psyche, Augen und der Atemwege kommen. Normalerweise gehören in Kindergarten und Schule, neben dem Sportunterricht, Klettern, Hüpfen und Rennen zum Alltag der Kinder. Diese Aktivitäten können leider aktuell so nicht stattfinden. Da aus Daten vor der Pandemie bekannt ist, dass im Durchschnitt nur etwa ein Fünftel der Vorschulkinder und weniger als 10 % der Schulkinder allen Bewegungsempfehlungen gerecht werden ist dies umso besorgniserregender.

Gesundheitsrisiken

Durch weniger Zeit draußen in der Sonne, könnte es bei Kindern zu einem Vitamin-D-Mangel kommen. Zudem spielt Bewegung eine zentrale Rolle bei dem Aufbau von Resilienz, also der Fähigkeit, besser mit lebensverändernden Umständen umgehen zu können. Auch ließ sich in früheren Studien zeigen, dass Bewegung bei Kindern das Risiko für Atemwegserkrankungen senkt. Was in dieser Zeit von besonderer Wichtigkeit ist. Eine gesteigerte Bildschirmzeit wird zudem mit einem höheren Risiko der Entwicklung einer Kurzsichtigkeit assoziiert.

Internationale Experten für Kindergesundheit empfehlen deshalb in einer neuen Studie, auf regelmäßige Schlafzeiten zu achten und körperliche Aktivität in den Tagesablauf zu integrieren. Auch mittels elektronischer Medien, damit die Vielfalt der Angebote bestmöglich genutzt werden kann und die Teilnahme an Sportprogrammen für die ganze Familie zu Hause erleichtert wird.

Empfehlungen

Im Alter von drei bis vier Jahren sollten Kinder mindestens drei Stunden am Tag körperlich aktiv sein und nur maximal eine Stunde am Tag vor einem Bildschirm verbringen.
Für Schulkinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren sehen die Empfehlungen mindestens 60 Minuten Sport oder Bewegung moderater Intensität vor. Zwei Stunden Bildschirmzeit sollten hier nicht überschritten werden.

Aktivität im Alltag

Die Experten empfehlen, körperliche Aktivität in den Alltag einzubauen – auch mit Hilfe elektronischer Medien. Je mehr Familienmitglieder teilnehmen, umso motivierender können solche sportlichen Aktivitäten sein. Während langer Sitzphasen sollte alle 30 bis 60 Minuten eine Pause eingelegt werden. Aufstehen, Herumlaufen und kurze Dehnübungen helfen hier bereits. Die Bildschirmzeit sollte zeitlich begrenzt werden und vor allem vor der Schlafenszeit nicht stattfinden. Eine Empfehlung der Experten ist gemeinsames Schauen oder soziales Spielen, damit die „Screen Time“ zu einer anregenderen Erfahrung wird. Auch auf die Schlafzeiten der Kinder sollte weiterhin geachtet werden. Regelmäßige Bettzeiten ebenso wie durchgängige Schlaf- und Wachzeiten sind essenziell für die kindliche Gesundheit.

 

 

 

Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie