Ein Forscherteam aus Ungarn und den Niederlanden untersuchten verschiedene Sporttherapiemethoden und stellten fest, dass vor allem Balancetraining, Radfahren und Exergaming einen positiven Effekt auf klinische und Bewegungssymptome bei MS-Patienten haben kann.

[jr] Welche Rolle Sporttherapien bei Patienten, welche unter Multipler Sklerose leiden, haben könnten, wurde bisher nicht untersucht. Daher führten die Forscher diesbezüglich eine Studie mit Fokus auf die Auswirkungen der jeweiligen Methoden auf die klinischen und Bewegungssymptome sowie der Lebensqualität.

Die Studie

68 Menschen mit diagnostizierter MS wurden zufällig auf fünf verschiedene Gruppen aufgeteilt. Davon waren 90 Prozent Frauen mit einen Durchschnittsalter von 47 Jahren und einem mittleren EDSS-Score (expanded disability status scale). Vier der Gruppen führten Sporttherapie als Intervention durch: Exergaming (Computerspiele, welche sportliches Bewegungsverhalten erfordern), Balancetraining, Fahrradfahren und propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation.
Die fünfte Gruppe bildete die Kontrollgruppe, welche zur Standardbehandlung auf einer Warteliste vermerkt wurde.
Die Interventionen wurden fünfmal pro Woche über fünf Wochen hinweg durchgeführt.

Messbare Veränderungen

Jeweils vor und nach den Interventionen wurden verschiedene Assessments durchgeführt. Hierzu zählten: die Beeinträchtigung (multiple sclerosis impact scale-29, MSIS-29), die Lebensqualität (EuroQol Five Dimensions Questionnaire), die Gang- und Gleichgewichtsfähigkeit (Tinetti Test), das statische und dynamische Gleichgewicht und Sturzrisiko (Berg Balanceskala), Gehfähigkeit (6-min Gehtest) und die Körperhaltung im Stand auf einer Posturographie-Platte.

Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation bewirkte keine messbaren Veränderungen. Exergaming, Balancetraining und Radfahren zeigten vergleichbare positive Effekte hinsichtlich der Beeeinträchtigung. Exergaming und Radfahren verbesserten die Lebensqualität und die Gehfähigkeit vergleichbar, Balancetraining zeigte hier weniger Effekt. Verbesserte Gang- und Gleichgewichtsmesswerte ließen sich nur beim Exergaming beobachten. Exergaming und Balancetraining hatten ähnliche positive Auswirkungen auf das Standgleichgewicht und das Sturzrisiko. Radfahren zeigte hier weniger Effekt.

Balancetraining und Radfahren, sowie Exergaming bewirkten klinische und motorische Symptomverbesserungen und wirkten sich positiv auf die Lebensqualität der MS-Patienten aus, wohingegen propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation keine messbaren Verbesserungen zeigte.

 

 

 

 

Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie