Wissenschaftler aus Schweden stellten sich diese Frage und führten dahingehend eine 8-wöchige Pilotstudie durch. Dabei zeigte sich, dass die arbeitsbezogene Reha hilfreich war. Vergleichbare Verbesserungen der Arbeitsfähigkeit und psychischen Gesundheit ließen sich aber auch bei der Kontrollgruppe, welche als Vergleichsmethode körperlich aktiv war beobachten.

[jr] Arbeitende Erwachsene (n = 42) im durchschnittlichen Alter von 46,2 Jahren (+/- 11,1) mit Depressionen oder einer Angststörung nahmen an dieser randomisierten, kontrollierten Pilotstudie in Schweden teil. Die Studienteilnehmer wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt. Die Interventionsgruppe (n=21) nahm über acht Wochen hinweg an einem arbeitsbezogenen Reha-Programm teil. Hierbei fanden Sitzungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten und/oder Ergotherapeuten statt, um gemeinsam mit den Patienten Strategien für einen besseren Umgang mit der Arbeit zu entwickeln. Die Kontrollgruppe (n=21) führten über den gleichen Zeitraum hinweg ein Programm zur körperlichen Aktivität durch.  Hierbei erfolgte eine Planungssitzung. Zudem erhielten die Probanden Zugang zu einem lokalen Fitnessstudio.

Zielgrößen

Die Forscher untersuchten die Adhärenz der Patienten, ob sie die Therapie abbrachen und ob unerwünschte Effekte zu beobachten waren.  Die Arbeitsfähigkeit wurde mittels des „Work-Ability-Index“ ermittelt. Außerdem wurde das psychische Befinden der Teilnehmer mit Hilfe der „Montgomery–Asberg Depressionsbewertungsskala (MADRS)“, dem „Beck-Ängsteinventar“ und dem „Five Well-Being-Index“ der WHO eingeschätzt.

Signifikante Verbesserungen

Die Teilnehmer waren mit 88 % Adhärenz (n = 147/167 Sitzungen) regelmäßig bei den Reha-Sitzungen anwesend. Die Abbruchrate betrug 14 % (n = 3/21 Teilnehmern).
Es wurden keine ernsthaften unerwünschten Effekte beobachtet.
In beiden Gruppen konnte eine signifikante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit dokumentiert werden. Die durchschnittliche Verbesserung im Vergleich zum Zeitpunkt vor Interventions- beziehungsweise Programmbeginn betrug im Reha-Programm 3,6 Punkte, in der Gruppe mit der körperlichen Aktivität 3,9 Punkte. Hierbei zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Auch weitere Verbesserungen waren signifikant innerhalb der Gruppen, nicht aber im direkten Gruppenvergleich. Es zeigte sich jedoch ein leichter Trend zu antidepressiven Effekten der arbeitsbezogenen Reha im Vergleich zu körperlicher Aktivität (mittlere Differenz im Depressionswert −3,1, 95 % Konfidenzintervall: −6,8, 0,4, p = 0,075).

Fazit

Die auf die Arbeit ausgerichtete Rehabilitation war demnach für Menschen mit Depressionen oder Ängsten gut durchführbar und effizient. Die Arbeitsfähigkeit und psychische Gesundheit konnten damit gesteigert werden. Vergleichbare Verbesserungen zeigten sich jedoch auch bei der Kontrollgruppe, die als Vergleichsmethode körperlich aktiv war.

Weitere Studien sollen nun auch den Vergleich zur üblichen Standardbehandlung ziehen.

Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie