Am 12. Juni 2020 ist die „Verordnung zur Sicherung der Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen während einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ erschienen. Diese tritt rückwirkend zum 23. Mai 2020 in Kraft. Ziel des Bundesministeriums für Gesundheit ist die Sicherung der Ausbildung für angehende Physiotherapeuten während der Pandemie in Deutschland und ist ein wichtiges Signal an die Schulen, Hochschulen, aber vor allem an alle Schüler und Studierenden. Zudem wird die Ausbildung flexibler.

[jr]Die Corona-Pandemie erfordert nicht nur in der Versorgung der Patienten massive Flexibilität und Berücksichtigung der Hygieneregeln. Das gilt auch in erhöhtem Maße für die Ausbildung von Physiotherapeuten. Bereits am 08. Mai 2020 hat Physio-Deutschland über den Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) die Dringlichkeit von Anpassungen innerhalb der Ausbildung von Therapeuten gefordert. Am 15. Mai 2020 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) einen Referentenentwurf für eine Rechtsverordnung an die Berufsverbände mit der Bitte um Stellungnahme bis zum 25. Mai versendet. Am 10. Juni hat das BMG die Verordnung fertiggestellt und zur Veröffentlichung an den Bundesanzeiger übergeben.

Die Verordnung beruht auf § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 10 des Infektionsschutzgesetzes , der mit dem Zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite in das Infektionsschutzgesetz eingefügt wurde.

Rahmenbedingungen angepasst

Die „Verordnung zur Sicherung der Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen während einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ ermöglicht es den Bundesländern, von dem Berufsgesetz und den dort geltenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen abzuweichen. Die Verordnung gilt ein Jahr über das Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite hinaus. Sie tritt nach aktuellem Stand spätestens mit Ablauf des 31. März 2022 außer Kraft.

Folgende Punkte wurden neu geregelt:

  • Nutzung digitaler und anderer geeigneter Unterrichtsformate
  • Es besteht die Möglichkeit der Verlängerung der Ausbildung um höchstens sechs Monate
  • Abweichungen von Regelungen zur Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse
  • Abweichung von Regelungen zum praktischen Teil der staatlichen Prüfung
  • Abweichung von Regelungen zur Qualifikation der Praxisanleitung

 

 

Weitere Informationen: Rechtsverordnung zum Herunterladen, Veröffentlichung im Bundesanzeiger

Quelle: Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V.