Bei der Behandlung von Parkinson-Tremor wird bereits lange Tiefenstimulation (DBS) angewendet. Nun untersuchten Forscher in einer Meta-Analyse, ob DBS auch bei MS-Tremor nützlich sein könnte. Es zeigten sich vielversprechende Verbesserungen der mittleren Tremor-Scores.

[jr] Auch bei Multipler Sklerose kann ein Tremor auftreten. Parkinson-Tremor wird bereits langjährig erfolgreich mit DBS behandelt. Ob dieser Ansatz auch für Multiple Sklerose vielversprechend ist, überprüften nun amerikanische Wissenschaftler im Rahmen einer Meta-Analyse.

13 Studien wurden analysiert

Hierzu screenten sie in den Datenbanken Medline und EBSCO nach geeigneten Studien mit einem Veröffentlichungsdatum zwischen 1998 und 2018. Die Suche ergab 13 Studien, die in die Meta-Analyse aufgenommen werden konnten.

Ob die Stimulationsbehandlungen wirkten, wurde anhand des Schweregrads des Tremors bestimmt (Fahn‐Tolosa‐Marin-Skala, Bain‐Finchley-Skala und 3‐ und 4‐Punkt-Tremorschweregrad-Skala). Zur Verbesserung der statistischen Aussagekraft wurden in der Meta-Analyse unterschiedliche Stimulationsorte zusammengefasst.

Vielversprechende Verbesserungen der mittleren Tremor-Scores

Es zeigte sich eine Verbesserung des standardisierten mittleren Tremor-Scores mit der DBS-Behandlung um 2,86 Punkte (95 % Konfidenzintervall 2,03–3,70, p < 0,00001). Die Heterogenität der Studien war jedoch hoch. Unerwünschte Ereignisse traten je nach Studie bei zwischen 8 % und 50 % der Patienten auf.

Die Meta‐Analyse bietet gute Hinweise (Evidenz Grad III) darauf, dass DBS eine Verbesserung von MS‐Tremor bewirken könnte. Dies konnte mit signifikanten Besserungen auf einer standardisierten Tremor-Skala demonstriert werden. Da die Studien jedoch mit unterschiedlichen Stimulationsorten und –protokollen arbeiteten, sollten weiterhin Fragen zur besten und verträglichsten Methodik geklärt werden.

 

 

Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie