Dänische Forscher untersuchten Patienten mit rheumatoider Arthritis beziehungsweise Arthrose nach einer THA/TKA im Hinblick auf postoperative Komplikationen. Sie konnten beobachten, dass Patienten mit rheumatoider Arthritis ein erhöhtes Risiko für Infektionen zeigten, jedoch ein geringeres Risiko für venöse Thromboembolien. Bei Patienten, welche Biologika erhielten, konnte ein erhöhtes Risiko hinsichtlich beider Parameter beobachtet werden.

[jr] In ihrer Kohortenstudie werteten die Forscher Daten von 2899 Patienten mit rheumatoider Arthritis und 112571 Patienten mit Arthrose aus. Es handelte sich hierbei um Patienten, welche zwischen 2000 und 2015 eine THA oder TKA erhalten hatten. Dabei werteten sie Komplikationen wie venösen Thromboembolismus, Myokardinfarkt, Schlaganfall und nicht-operationsbedingte Infektionen bis zu 90 Tage nach der Operation aus. Auch mit einbezogen wurden Patienten, welche mit Biologika behandelt wurden.

Erhöhtes Risiko rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis war mit einem erhöhten Risiko für Infektionen (HR 1,29) nach einer THA/TKA assoziiert – jedoch einem niedrigeren Risiko für venöse Thromboembolien (HR 0,6). Patienten mit rheumatoider Arthritis, welche mit Biologika behandelt wurden, zeigten ein erhöhtes Risiko für Infektionen (HR 1,35) und venöse Thromboembolien (HR 4,82) im Vergleich zu Patienten mit rheumatoider Arthritis ohne den Einsatz von Biologika. Für Myokardinfarkte und Schlaganfälle war das Risiko bei Patienten mit rheumatoider Arthritis im Vergleich zu Arthrose nicht erhöht. Eine höhere Inzidenz stellten die Wissenschaftler jedoch bei Patienten fest, welche mit Biologika behandelt wurden (1 % im Vergleich zu 0,6 %).

Die Studie verglich Patienten mit rheumatoider Arthritis und Arthrose nach einer THA/TKA. Patienten mit rheumatoider Arthritis zeigten ein erhöhtes Risiko für Infektionen und ein geringeres Risiko für venöse Thromboembolien. Patienten, welche mit Biologika behandelt wurden, zeigten jedoch sowohl ein erhöhtes Risiko für Infektionen als auch für venöse Thromboembolien.

 

Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie