Amerikanische Forscher führten eine Studie zum Zusammenhang zwischen Depression und geringen Mengen an ant-inflammatorischen Darmbakterien bei jungen Erwachsenen durch. Die Ergebnisse deuten auf eine Verbindung hin.

[jr] Niedrig-gradige Entzündungsprozesse stehen immer wieder bei den möglichen auslösenden Faktoren einer Depression zur Diskussion. Hierbei könnte der Mangel an protektiven anti-inflammatorischen Darmbakterien eine Rolle spielen. Um diesen Faktor zu untersuchten, analysierten Forscher nun das Darm-Mikrobiom von jungen Erwachsenen mit Depression im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen.

Reduzierte Mikrobiom-Diversität

Hierzu analysierten sie das Mikrobiom von 43 Probanden mit und 47 ohne Depression. Es zeigte sich, dass die jungen Studienteilnehmer mit Depression über ein signifikant anderes Mikrobiom verfügen als die gesunden Kontrollpersonen. Probanden mit Depression hatten eine geringere Zahl von Firmicutes und höhere Zahlen von Bacteroideten. Innerhalb der Bakterienklassen und -ordnungen sahen die Forscher entsprechende Muster, zum Beispiel weniger Clostridien und mehr Bacteroidia beziehungsweise weniger Clostridiales und mehr Bacteroidales. Im Speziellen war das Faecalibacterium bei Menschen mit Depression in geringererem Ausmaß vertreten. Ebenso traten verwandte Ruminococcaceae seltener als bei den gesunden Probanden auf. Gammaproteobacteria und speziell Flavonifractor wurden dagegen häufiger im Mikrobiom der Patienten mit Depression gefunden als bei den Menschen der Kontrollgruppe.

Direkte Korrelation

Der Unterschied der Diversität bedingt funktionelle Unterschiede zwischen den beiden Studiengruppen. Bei den Menschen mit Depression hat die Anwesen- beziehungsweise Abwesenheit der verschiedenen Bakterienarten eine direkte Reduktion der Produktionswege für kurzkettige Fettsäuren, wie zum Beispiel Butyrat zur Folge. Interessanterweise ließ sich häufig eine direkte Korrelation zwischen dem Ausmaß der Mikrobiom-Unterschiede und dem Schweregrad der Depression erkennen.  Weitere Studien sollten sich nun auf diesen Punkt im Speziellen konzentrieren, um dahingehend konkretere und evidenzbasierte Aussagen zu ermöglichen. Kein Zusammenhang war zwischen der Einnahme psychotroper Medikamente und der Mikrobiom-Zusammensetzung zu beobachten.

Die Studie konnte einen Zusammenhang zwischen Depression und geringeren Mengen an anti-inflammatorischen Bakterien im Darm erkennen lassen. Speziell Butyrat-bildende Bakterien scheinen hierbei eine Rolle zu spielen. Die Diversitäts-Unterschiede des Darm-Mikrobioms könnten eine Ursache für chronisch, niedrig-gradige inflammatorische Prozesse sein, welche häufig bei Menschen mit Depression beobachtet werden.

 

Quelle: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie