Bisher war es sehr aufwendig die verschiedenen Formen der Demenz klar voneinander abzugrenzen. Einem Team aus internationalen Wissenschaftlern ist es nun in einer kürzlich veröffentlichten Studie gelungen zu zeigen, dass ein spezifischer Biomarkertest zu einer sicheren Alzheimer-Diagnose beitragen kann.

[jr] Am 21. September 2020 ist Welt-Alzheimertag. Laut den Angaben der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft e.V.  nimmt die Zahl der Demenzerkrankten kontinuierlich zu und wird sich bis zum Jahr 2050 in Deutschland von 1,6 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen. Ein Großteil der Betroffenen leidet unter einer Alzheimer-Demenz. Die Alzheimer-Demenz ist mit 70% die häufigste. Hier treten die klassischen Symptome wie zum Beispiel Vergesslichkeit, Orientierungs- und Sprachstörungen sowie Veränderungen der Persönlichkeit auf. Es gibt jedoch auch Demenzen anderer Ursache, wie zum Beispiel die vaskuläre oder die frontotemporale Demenz. Diese müssen dementsprechend unterschiedlich behandelt werden. Bei allen Demenzen liegt eine Störung der Kognition (zum Beispiel Gedächtnis, Planungsfunktionen, et cetera) vor. Bislang war es  sehr aufwendig, die verschiedenen Demenzformen voneinander abzugrenzen.

Sichere Diagnose ist essenziell

Eine sicherere Diagnose kann durch die Analyse des Nervenwassers (Liquor), oder einem PET-Scan des Gehirns erzielt werden. Diese Methoden sind jedoch sehr invasiv und teuer. Ein Bluttest auf Alzheimer wäre ideal, um die Erkrankung sicher und vor allem auch schneller diagnostizieren zu können, noch bevor sich eine schwere Form der Demenz entwickelt hat.

Eine internationale Forschergruppe hat nun vielversprechende Ergebnisse für den Biomarker Phospho-tau217 im Blutplasma erzielt. Der Biomarker wurde an drei unterschiedlichen Kohorten mit insgesamt 1402 Patienten unterschiedlichen Alters getestet. Das Durchschnittsalter der Kohorte 1 betrug 83,5 Jahre. Bei der Kohorte 2 war es  69,1 Jahre und bei der  Kohorte 3 ergab sich im Durchschnitt ein Alter von 35,8 Jahren.

Biomarker mit hoher Spezifität

Laut der Studie kann der untersuchte Biomarker (das an Position 217 hyperphosphorylierte Tau-Protein (pTau217)) mit einer hohen Spezifität Alzheimer-Patienten und sogar Träger einer Mutation, welche zu Alzheimer führen kann, identifizieren. Die Genauigkeit der Bestimmung war hierbei vergleichbar mit der der Liquor-Untersuchung oder eines PET-Scans. Weitere Untersuchungen müssen durchgeführt werden, um die vorliegenden Daten zu bestätigen. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass pTau217 ein vielversprechender Biomarker sein könnte, der eine frühzeitige Diagnose ermöglicht.

 

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Originalstudie