Anhand der sekundären Analyse einer klinischen Studie analysierte ein kanadisch-amerikanisches Forscherteam den Zusammenhang zwischen Erkrankungen und Auffälligkeiten in bildgebenden Daten. Ängste und die Fettstoffwechselstörung Dyslipidämie waren mit erhöhter Krankheitsaktivität assoziiert. Migräne hingegen schien das Risiko zu senken.

[jr] Bei der Multiplen Sklerose stellt sich immer wieder die Frage nach Begleiterkrankungen, welche den Verlauf mit beeinflussen könnten.

In der analysierten Studie wurden die Behandlungen mit Interferon beta-1a und Glatirameracetat, sowie eine Kombination der beiden Medikamente miteinander verglichen. Hierzu evaluierten die Forscher 959 (95,1 Prozent) von insgesamt 1008 Studienteilnehmern nach sechs Monaten im Hinblick auf eine potenzielle Verschlechterung ihres Beeinträchtigungsgrades. Mittels medizinischer Dokumentation, begleitend eingenommener Medikamente und adverser Ereignisse konnten die Wissenschaftler vorhandene Komorbiditäten erfassen.

Verschiedene Komorbiditäten

Ermittelt wurden Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung), Diabetes mellitus, Depression, Angststörungen und Migräne. Klinische Ergebnisse waren die Krankheitsaktivität, also Rückfälle, Verschlechterung des Beeinträchtigungsgrades und MRT-Aktivität.

Die Nachbeobachtungszeit für die Probanden betrug durchschnittlich 3,4 Jahre (zwischen 0,5–6,9 Jahren). Insgesamt hatten 55,1 % der Patienten zu Beginn der Studie mindestens eine Begleiterkrankung. Nach Adjustierung waren Angststörungen (Hazard ratio HR 1,25, 95 % Konfidenzintervall KI 1,01–1,55) und Dyslipidämie (HR 1,32, 95 % KI 1,01–1,72) mit einem erhöhten Risiko für jede Art von Krankheitsaktivität assoziiert. Migräne hingegen war mit einem niedrigeren Risiko assoziiert (HR 0,80, 95 % KI 0,67–0,97).

Rückfallrate und Verschlechterung

In dieser großen Studienpopulation zeigten sich Komorbiditäten als häufige Faktoren bei den Patienten. Diese konnten auch zum Krankheitsverlauf beitragen. Unterschiedliche Begleiterkrankungen sollten demnach auch bei klinischen Studien berücksichtigt werden, da sie wohl teilweise eine Rolle im Hinblick auf Rückfallrate und Verschlechterungen der Erkrankung spielen könnten. Weitere Studien sind notwendig, um die Ursache dieses Zusammenhangs genauer zu erforschen.

 

 

 

Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie