Von Übergangsregelungen, Hygienepauschale und Verwirrung durch neue Verordnungsformulare, die eigentlich noch gar nicht im Umlauf sein dürften.

[tb] Es gibt neue Entwicklungen zum Inkrafttreten der Heilmittel-Richtlinien, zur Hygienepauschale und zur gesetzlichen Unfallversicherung. Außerdem tauchen plötzlich schon neue Verordnungsformulare in den Praxen auf.

Übergangsregelungen bis zum Inkrafttreten der Heilmittel-Richtlinien

Der GKV-Spitzenverband hat am 29. September 2020 die Empfehlungen für den Heilmittelbereich angepasst, meldet Physio Deutschland. Anlass sei die Verschiebung des Inkrafttretens der Heilmittel-Richtlinien vom 01. Oktober 2020 auf den 01. Januar 2021. Die neuen Empfehlungen würden vom 01. Oktober an bis zum Jahresende gelten.

Für Physiotherapie-Praxen seien bis zum 31. Dezember 2020 folgende Punkte von Bedeutung:

  • Unterbrechungsfristen werden weiter nicht geprüft von den Kassen
  • Nicht richtlinienkonformer Verordnungen können weiter korrigiert werden
  • Pauschaler Ausgleich für Hygienemehrbedarf von 1,50 Euro pro Verordnung bleibt

Darüber hinaus empfiehlt der GKV-Spitzenverband seinen Mitgliedskassen auf die Genehmigung bei genehmigungspflichtigen Verordnungen außerhalb des Regelfalls zu verzichten, schreibt der Verband. Hier würden die Landesverbände bei den entsprechenden Kassen nachfragen, ob diese der Empfehlung des GKV-Spitzenverbandes folgen.

Die Empfehlungen finden Sie hier.

Hygienepauschale

Die Privaten Krankenversicherer und die Bundesbeihilfe erstatten auch über den 30. September 2020 hinaus den corona-bedingten Mehraufwand für Hygienemaßnahmen in Physiotherapiepraxen, meldet Physio Deutschland am 1. Oktober.

Zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2020 würden PKV und Bundesbeihilfe ihren Versicherten pro Behandlung 1,5 Euro für den Hygienemehraufwand in den Praxen erstatten.

Bei Patienten, die im sogenannten Basis- beziehungsweise Notlagentarif versichert sind, sei die Erstattungshöhe auf 1,50 pro Verordnung begrenzt. Um Probleme in der weitgehend automatisierten Rechnungsbearbeitung zu vermeiden, müsse diese Position in der Abrechnung der Heilmittelpraxis ausdrücklich als Hygienepauschale bezeichnet werden.

Hier finden Sie die Meldung der PKV.

Neue Empfehlungen – Gesetzliche Unfallversicherung entscheidet zeitversetzt

Auch diese Meldung vom 1. Oktober ist für die Praxen wichtig, denn es gelten nun wie berichtet die neue Empfehlungen der Krankenkassen. Ob die Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) die Empfehlungen übernimmt, würde erst am 12. Oktober entschieden.

Bis dahin würden die normalen Vertragsbedingungen der DGUV gelten. Der Verband empfiehlt u.a. im Hinblick auf eine mögliche weitere Abrechnung der Hygienepauschale die Entscheidung der DGUV abzuwarten.

Neue Verordnungsformulare bereits im Umlauf – Gültigkeit wird geklärt

Aus verschiedenen Bundesländern würde gemeldet, dass bereits jetzt die neuen Verordnungsformulare in den Praxen auftauchten. Das ist zu früh, denn sie sollten eigentlich erst mit Inkrafttreten der neuen Heilmittelrichtlinie ab dem 01. Januar 2021 eingesetzt werden. Ob diese schon jetzt von den Kassen akzeptiert werden, würde gerade mit dem GKV-Spitzenverband geklärt, schreibt Physio Deutschland.

In Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen seien bereits die ersten neuen Verordnungsvordrucke im Umlauf. Der Verband erwarte eine schnelle Klärung durch den GKV-Spitzenverband, ob diese schon heute genutzt werden können oder wie gegebenenfalls damit verfahren werden solle. Das Bundesministerium für Gesundheit sei ebenfalls informiert worden.

Quellen: Physio Deutschland