Leistungserbringer werden sukzessive und verpflichtend an die Telematikinfrastruktur angeschlossen, das E-Rezept kommt auch für Heilmittelleistungen und Videotherapie gilt langfristig nicht mehr nur im Ausnahmefall, meldet der VDB Physiotherapieverband.

[tb] Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) habe den Referentenentwurf „Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege“ (GDMVP) veröffentlicht, berichtet der VDB Physiotherapieverband in einer aktuellen Meldung. Gesundheitsminister Jens Spahn würde damit das dritte Gesetz zur Digitalisierung im Gesundheitswesen auf den Weg bringen.

Das Gesetz hat es nach Einschätzung des Verbands in sich. Alle Leistungserbringer würden sukzessive und verpflichtend an die Telematikinfrastruktur angeschlossen, das E-Rezept komme auch für Heilmittelleistungen und Videotherapie gelte langfristig nicht mehr nur im Ausnahmefall. Das Gesetz beinhalte also wichtige Änderungen und plane die konkrete Umsetzung digitaler Versorgungsanwendungen.

Positiv findet der Verband, dass zukünftig Leistungen von Therapeuten, die im Zusammenhang mit digitalen Gesundheitsanwendungen erbracht werden, vergütet würden, so steht es im Entwurf. Videosprechstunden sollten Heilmittelerbringern ermöglicht und bis zum 30. September 2021 die für den jeweiligen Heilmittelbereich geeigneten ergänzenden Leistungen, die als Videobehandlung erbracht werden können, festgelegt und dazu erforderlichen technischen Verfahren vereinbart werden.

Darüber hinaus plane das BMG eine verpflichtende Verordnung von Heilmitteln in elektronischer Form ab Juli 2026. Damit dieses Vorhaben auch umgesetzt werden könne, sollten alle Heilmittelerbringer bis zum 1. Januar 2026 an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein. Der Fahrplan zur Digitalisierung im Gesundheitswesen nähme Fahrt auf, heißt es in der Meldung.

Während das Digitale-Versorgungsgesetz noch den freiwilligen Anschluss von Physiotherapeuten ab Juli 2021 an die Telematikinfrastruktur (TI) vorsähe, gehe das „Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege“ also zwei Schritte weiter. Es regele nicht nur die Anbindung von Logopäden, Ergotherapeuten, Diätassistenten und Podologen an die TI, sondern, und auch das ist neu, „verpflichte“ es die Leistungserbringer zur Anbindung. Damit würden sich Heilmittelpraxen in absehbarer Zeit mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen und die entsprechenden Voraussetzungen treffen müssen.

Gut ist nach Ansicht des Verbands, dass die Ausstattungs- und Betriebskosten erstattet werden. Zumindest regele das Patientendaten-Schutzgesetz die Kostenerstattung für Physiotherapeuten und das Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (GDMVP) ab 2024 für alle weiteren Heilmittelerbringer. Der VDB-Physiotherapieverband werde sich dafür einsetzen, dass tatsächlich eine kostendeckende Lösung gefunden wird.

Quelle: VDB Physiotherapieverband

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