An der TAL-Online Befragung zur aktuellen Situation in der ambulanten Heilmittelversorgung nahmen 1370 Therapeutinnen und Therapeuten teil. 43% davon waren Physiotherapeuten, 34% Ergotherapeuten, 29% Logopäden, 10% aus dem Bereich Massage, 75 aus der Podologie und 1% aus der Diätassistenz.

[jr] 43% der befragten Betriebe hatten vier bis 10 Mitarbeiter und 60% der Befragten waren selbstständig hauptberuflich in der ambulanten Versorgung tätig.

Ausfallgründe

Im Frühjahr lag der Hauptausfallgrund in 94% der Praxen an der vorsorglichen Terminabsage durch Patienten, ohne dass diese tatsächlich erkrankt waren. Im November hingegen lag der Hauptausfallgrund in 69% der Fälle an einer tatsächlichen Erkrankung und damit verbundenen Absage durch die Patienten. In 60% der Praxen waren Patienten in Quarantäne und in 15 % der Praxen mussten sich Mitarbeiter in Quarantäne begeben. 16% der Ausfälle erfolgte aufgrund fehlender Verordnungen durch Schließung oder Überlastung von Arztpraxen. Auch Absagen von Pflegeeinrichtungen gehören mit 32% wieder zu den häufigeren Ausfallgründen.

Auslastungsquote

34% der Befragten gaben an, dass die Auslastungsquote noch bei über 90% liegt. Es zeigen sich jedoch Unterschiede in den einzelnen Leistungsbereichen.

Eine Auslastungsquote von über 90% gaben an:

  • Physiotherapie – 42%
  • Ergotherapie –  28%
  • Podologie – 26%
  • Logopädie – 25%

Materialbeschaffung

52% der Befragten fühlten sich gut informiert In Bezug auf die notwendigen Hygienemaßnahmen und haben aktuell ausreichend Material, um Schutzmaßnahmen einhalten zu können. 22% sehen Schwierigkeiten bei der Informationsbeschaffung, welche Schutzmaßnahmen aktuell gelten. Die Mehrheit von 74% betrachten die Materialbeschaffung als wirtschaftliche Herausforderung, da die Hygienepauschale mit 1,50 Euro je Verordnung zu niedrig kalkuliert ist.

Patienten-Compliance

55%  gaben an, dass das Verständnis und die Motivation zur Einhaltung der Hygienemaßnahmen überwiegend hoch oder mit 19% sogar sehr hoch ist. 6%  sahen allerdings überwiegend ein geringes Verständnis seitens der Patienten.

Von Therapieausfällen betroffene Patienten

15% der Befragten gaben an, dass Therapieausfälle gleichmäßig alle Patientengruppen betreffen. 45% gaben Heimbewohner und 34% generell ältere Patienten als betroffen an. In freien Kommentaren wurden zusätzlich häufig Menschen mit Behinderungen genannt.

Wirtschaftliches Risiko

40% der Befragten sehen nach wie vor ein hohes wirtschaftliches Risiko. 9% schätzen es sogar als sehr hoch ein. Nur 9% der Befragten war in der ersten Novemberwoche von Kurzarbeit betroffen.

Telemedizin

Diese wurde in den Leistungsbereichen sehr unterschiedlich genutzt. Vorreiter waren hier Logopäden. 42% nutzen die Möglichkeit der Telemedizin. In der der Ergotherapie waren es 21% und in der Physiotherapie nur 10%.

Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitsbehörden

Insgesamt hat sich nach Einschätzung der Befragten die Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsbehörden leicht verbessert. 20% empfanden die Zusammenarbeit allerdings immer noch als „mangelhaft“.

Psychische Belastung

88% der Befragten sehen sich durch die Bedingungen der Corona-Pandemie einer höheren psychischen Belastung ausgesetzt. Hier war mit 77% der zeitliche Druck durch die Hygienemaßnahmen der am häufigsten genannte Grund. Gefolgt von wirtschaftlichen Sorgen mit 66%. Angst Angehörige zu infizieren, hatten 59%. Angst vor eigener Infektion gaben 52% der Befragten an. 46% gaben vermehrte Diskussionen über die Einhaltung der Hygienemaßnahmen mit Patienten an.

 

Quelle: TAL

 

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