Welche Auswirkungen die Corona-bedingte Trainingsunterbrechung für Menschen über 60 Jahre hat, untersucht nun eine Studie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit einem Anbieter für digital vernetztes Gesundheitstraining, und dem Physiotherapeuten-Netzwerk Physio Aktiv.

[jr] Die COVID-19-Pandemie führte zu zahlreichen Einschränkungen des öffentlichen und sozialen Lebens. Besonders die erzwungenen Sportpausen aufgrund geschlossener Fitness- und Gesundheitseinrichtungen könnten dabei für ältere Menschen Konsequenzen haben, denn mit zunehmendem Alter dauert der Wiederaufbau von Muskelkraft immer länger.

Confine-Studie

Einschränkungen des sozialen Lebens im Rahmen der COVID-19 Pandemie – Auswirkungen auf die körperliche Leistungsfähigkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität älterer Menschen (CoNFINE).
Die Maßnahmen zur Abflachung der Infektionsrate während der Covid-19 Pandemie gingen mit enormen Einschränkungen des sozialen Lebens einher, die zum Teil auch derzeit weiter fortbestehen. Insbesondere die Risiko-Gruppe der Älteren befolgen nicht nur die jeweils gültigen auferlegten Kontaktverbote, sondern schränken seit geraumer Zeit auch selbstständig ihre Aktivitäten des täglichen Lebens besonders ein. Speziell die zweimonatige Unterbrechung der Verfügbarkeit von strukturierten Sportangeboten könnte enorme Auswirkungen auf die körperliche Leistungsfähigkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität Älterer haben und im Vergleich zu Jüngeren ausgeprägter sein.

Körperliche Aktivität und Lebensqualität

Um die Auswirkungen dieser Einschränkungen zu erfassen, werden im Rahmen der Studie ältere (≥ 60 Jahre) und jüngere (45-59 Jahre) Menschen aus Physiotherapiepraxen, die in einem milon-Zirkel trainieren, miteinander verglichen. Die über die Software des milon-Zirkels erfassten Trainingsdaten ermöglichen einen objektiven Vergleich der körperlichen Leistungsfähigkeit vor Inkrafttreten der Maßnahmen ab Mitte März mit den Trainingsdaten, die bei Wiederaufnahme des Trainings erfasst werden können. Diese Werte werden sowohl zwischen den Altersgruppen verglichen, als auch über einen Zeitraum von 6 Monaten nach Wiederaufnahme des Trainings weiterverfolgt. Die Teilnehmer/innen werden nach ihrer körperlichen Aktivität und ihrer Lebensqualität vor, während (retrospektiv) und nach den pandemiebedingten Einschränkungen befragt.

Dies ermöglicht zum einen die Erfassung der objektiv messbaren funktionellen Veränderungen und zum anderen die Erhebung und den Abgleich mit eventuellen Veränderungen der körperlichen Aktivität und der Lebensqualität während und nach den Einschränkungen des sozialen Lebens und der strukturierten Trainingsmöglichkeiten im Kontext der COVID-19 Pandemie.

Zugriff auf umfangreiche Datenbasis

Für die Studie gewährt milon zum ersten Mal Zugriff auf die Daten in der Trainingssoftware milon CARE, die in anonymisierter Form und unter Berücksichtigung strenger Datenschutzstandards bereitgestellt werden. Dies ermöglicht den Wissenschaftlern der Uni Oldenburg den Zugriff auf eine umfangreiche Datenbasis: Der Anteil an Trainierenden über 60 Jahren in den mehr als 500 Physiopraxen mit einem milon Kraft-Ausdauer-Zirkel beträgt über 20 Prozent. Weiterhin gewährleisten die genaue Dokumentationsfähigkeit des milon Trainings und die physiotherapeutische Betreuungskompetenz der Einrichtungen höchste Standards in der Vergleichbarkeit der Untersuchungsdaten. Im nächsten Schritt wäre ein internationaler Vergleich der Daten in der milon Cloud hinsichtlich der Auswirkungen von Corona-bedingten Trainingsunterbrechungen in verschiedenen Ländern interessant.

„Gerade im Alter ist ein regelmäßiges Kraft-Ausdauer-Training wichtig, um dem Abbau von Muskelmasse entgegen zu wirken, doch älteren Menschen ist dies häufig gar nicht bewusst. Daher ist uns dieses Thema seit jeher ein wichtiges Anliegen und wir freuen uns sehr, die Studie der Universität Oldenburg zu unterstützen“, sagt Wolf Harwath, Geschäftsführer der milon Gruppe. „In der Cloud unserer Trainingssoftware milon CARE liegt ein wertvoller Datensatz mit hohem Potenzial für die Wissenschaft, den wir sehr gerne zur Verfügung stellen – natürlich stets unter Einhaltung höchster Datenschutzstandards.“

Mehr Informationen zur Confine Studie (Teilnahmebedingungen et cetera) finden Sie hier

Quellen: Universität Oldenburg, Physio Aktiv, milon

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Follow up: Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die ambulante Heilmittelversorgung

Corona: Massage, Gerätetraining & Co

Corona: Formulare und Vordrucke