Ein vorwiegend sitzender Lebensstil stellt einen maßgeblichen Risikofaktor für Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und sogar Krebs dar. Etwa 3,2 Millionen Todesfälle im Jahr sind schätzungsweise auf einen Mangel an Bewegung zurückzuführen.

[jr] In einer Übersichtsarbeit und Metaanalyse evaluierten Forscher die verfügbare Evidenz basierend auf systematischen Cochrane Reviews (CSRs) hinsichtlich der Effektivität körperlicher Aktivität auf verschiedene gesundheitlichen Zielgrößen.

Hierzu durchsuchten die Wissenschaftler die Cochrane Datenbank vom 01.01.200 bis einschließlich Issue 1, 2019. Es wurden nur CSRs randomisierter kontrollierter Studien inkludiert. Die Studienteilnehmer konnten sowohl gesund sein, über bestehende Krankheitsrisiken verfügen oder Medikamente einnehmen. Zudem spielte das Alter und Geschlecht keine Rolle. Die Forscher evaluierten jede Art von Trainings- oder Bewegungs-Intervention im Vergleich zu verschiedenen Kontrollgruppen und maßen alle Arten gesundheitsbezogener Ergebnisse. Zur Einschätzung der methodologischen Qualität der berücksichtigten Studien wurde das AMSTAR-2 Tool eingesetzt.

150 CSRs erfüllten alle Einschlusskriterien. Es gab 54 verschiedene Konditionen. Die Mehrheit der CSRs waren von hoher methodologischer Qualität. 130 wendeten Metaanalyse-Techniken an, die restlichen 20 nicht. Basierend auf zehn CSRs und 187 RCTs mit 27,671 Studienteilnehmern, konnte eine 13-prozentige Reduktion der Sterberaten-Risikoquote beobachtet werden. Daten von 15 CSRs und 408 RCTs mit 32,984 Probanden zeigten eine kleine Verbesserung hinsichtlich der Lebensqualität.

Eine Subgruppen-Analyse, basierend auf der Art der Erkrankung, konnte zeigen, dass das Ausmaß des Effekts bei Patienten mit mentalen gesundheitlichen Problemen am größten war.

Es gibt eine Vielzahl von CSRs, welche die Effektivität von körperlicher Aktivität evaluieren. Die Evidenz lässt vermuten, dass körperliche Aktivität die Sterberaten reduziert und die Lebensqualität verbessert, wobei nur minimale oder gar keine Sicherheitsrisiken bestehen.

 

Quelle: Originalstudie

 

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