Mittlerweile gelten in ganz Deutschland neue Regelungen zur Nutzung von Schutzmasken. Die bisherigen Community-Masken sind nun in vielen Bereichen nicht mehr zulässig. Als Mund-Nasen-Schutz sind nur noch sogenannte medizinische Gesichtsmasken erlaubt.

[tb] Physio Deutschland erklärt in einer aktuellen Meldung, welche Regeln künftig zu beachten sind.

Zu den medizinischen Masken zähle der als OP-Maske bekannte Mund-Nasen-Schutz aus meist blauem oder grünem Vlies-Material. Allerdings gebe es inzwischen auch einfache Community-Masken, die wie OP-Masken aussähen. Daher sei beim Kauf auf eine CE-Kennzeichnung sowie die DIN-Norm EN 14683:2019-10 zu achten.

Auch die partikelfiltrierenden Halbmasken FFP2 und FFP3 gehören zu den medizinischen Masken und bieten eine höhere Schutzwirkung als OP-Masken. Auch bei diesen sei darauf zu achten, nur Masken mit CE-Kennzeichnung und DIN-Norm EN 149:2001+A1:2009 zu kaufen. Teilweise würden Masken mit der Kennzeichnung K95 oder KN95 als FFP2 Masken verkauft. Bei diesen Produkten handele es sich aber um Schutzmasken aus China, die nur nach den dortigen Vorgaben geprüft worden seien. Diese Produkte würden bei uns in der Regel den Anforderungen an eine medizinische Maske entsprechen, aber meist nicht denen einer FFP2 Maske.

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern

Wie der Verband erklärt, würde nur Bayern das Tragen von FFP2 Masken vorschreiben, in allen anderen Bundesländern genüge eine medizinische Maske. Die Vorschriften würden in der Regel immer in geschlossenen Räumen gelten, also auch für Patientinnen und Patienten sowie Therapeutinnen und Therapeuten in den Praxen. Jedoch könnten Arbeitgeber jederzeit verlangen, Masken mit höherer Schutzwirkung zu tragen, wenn das Aufgabenfeld dies erfordere. Daher könne zum Beispiel für Hausbesuche in Pflegeheimen eine FFP2 Maske erforderlich sein. Derzeit sei von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) sowie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) für physiotherapeutische Praxen der Einsatz medizinischer Masken vorgesehen. Eine Verpflichtung zum Tragen von FFP2 Masken gebe es nur bei therapeutischen Tätigkeiten im Kopf- oder Ausatembereich des Patienten. Zum Schutz der Patientinnen und Patienten dürften die Schutzmasken grundsätzlich kein Ausatemventil enthalten. In Bayern müsse aufgrund der Landesschutzverordnung bei allen Tätigkeiten eine FFP2 Maske getragen werden.

Arbeitsrechtliche Konsequenzen

Mit dem Beschluss des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 25. Januar 2021 seien Arbeitgeber verpflichtet, entsprechende medizinische Masken zur Verfügung zu stellen. Bei FFP2 Masken, die als Atemschutzgerät eingestuft worden seien, würden zudem die Vorschriften nach der DGUV Regel 112 – 190 gelten. Demnach dürften FFP2 Masken ohne Ausatemventil längstens 75 Minuten am Stück getragen werden, mit einer anschließenden Erholungszeit von mindestens 30 Minuten. Unter Erholungszeit würde dabei keine Pause verstanden, sondern Arbeitszeit, in der keine FFP2 Maske getragen werden müsse. Therapeutinnen und Therapeuten könnten in dieser Zeit beispielsweise auf medizinische Gesichtsmasken wechseln oder Aufräum-/Verwaltungsarbeiten durchführen, bei denen kein Kontakt zu anderen Mitarbeitenden oder Patientinnen und Patienten bestehe. Änderungen der Trage- und Erholungsdauer könnten nur durch Arbeitsmediziner oder einen Betriebsarzt vorgenommen werden.

Und wenn der Patient die Maskenpflicht ablehnt?

Der Verband erläutert, dass Physiotherapeuten einen Sicherstellungsauftrag den Krankenkassen gegenüber hätten und die Behandlung nicht per se ablehnen dürften, es sei denn, es lägen triftige Gründe dafür vor. Dies sei zum Beispiel dann der Fall, wenn der Patient sich weigert, eine Maske zu tragen. Der Physiotherapeut habe gegenüber seinen Mitarbeitenden, aber auch den weiteren in seiner Praxis wartenden Patientinnen und Patienten, eine Fürsorgepflicht und müsse unter anderem die Arbeitsschutzverordnung, Arbeitsschutzstandards und die Bestimmungen der BGW beachten.

Problematisch sei es, wenn der Patient ein ärztliches Attest vorlege, das ihn von der Maskenpflicht aus medizinischen Gründen befreit. Dann handele es sich um eine Frage der Interessensabwägung. Folgende Fragen seien dann wichtig: Kann die Behandlung verschoben werden, kann ausreichender Schutz auch ohne MNS gewahrt werden, ist ein Hausbesuch bei dem Patienten möglich?

Es kommt immer auf den Einzelfall an, so Physio Deutschland. Ultima ratio sei, die Behandlung des Patienten abzulehnen. Der Physiotherapeut sollte in dem Fall aber dokumentieren (oder noch besser: die KK des Patienten informieren), warum und weshalb er die Behandlung abgelehnt/verweigert hat. Der Verband empfiehlt dann in jedem Fall, bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Maskenbefreiung die eigenen Schutzstandards zu erhöhen, also beispielsweise FFP2 Masken und Schutzhandschuhe zu tragen.

 

Quelle: Physio Deutschland

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