Seit dem 1. Januar 2021 gilt für alle Heilmittelbereiche das neue vereinheitlichte Verordnungsformular Muster 13. Ziel war eine Vereinfachung für die Ärzte. Beim Einsatz in der Praxis zeigt das neue Formular allerdings einige Schwachstellen. Physio Deutschland fordert daher, die Verbände bei solch einschneidenden Maßnahmen für alle Physiotherapiepraxen zu beteiligen.

[tb] Kaum ist das neue Formular Muster 13 im Einsatz, schon verursacht es Probleme.  Die Entscheidungen seien über die Köpfe der Umsetzenden hinweg gefallen, kritisiert Physio Deutschland.

Zuständigkeit bei Formularkommission der KBV

Alleinig zuständig für eine möglichst reibungslose Einführung eines neuen Formulars sei aktuell die Formularkommission der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die sich aus Vertretern der Krankenkassen und der Vertragsärzte zusammensetzt.

Grundsätzlich gehe es bei der Formularentwicklung um die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, einen standardisierten Informationsaustausch und eine möglichst einfache Handhabung durch den verordnenden Arzt. Deshalb sei die Formularkommission auch im direkten Kontakt mit den Herstellern von Praxissoftware und informiere diese über Änderungen der Formulare.

Welche Informationen ein Formular enthalten müsse, regele im Fall der Heilmittelverordnung im Wesentlichen die vom Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA) beschlossenen und seit 1. Januar 2021 gültigen neuen Heilmittel-Richtlinien.

Praxistauglichkeit verbessern

Das neue Muster 13 sei zwar gut gemeint, aber nicht immer gut gemacht. Das Formular enthalte Felder wie beispielsweise das Feld „Unterschrift des Leistungserbringers“, zu dem es aktuell keine vertragliche Regelung gebe. Da sei Verwirrung in den Physiotherapiepraxen vorprogrammiert, erklärt der Verband.

Auch die Felder für die Unterschriften der oftmals älteren und eingeschränkten Patientinnen und Patienten seien viel zu klein. Diese – scheinbar banalen – Umsetzungsprobleme in der Praxis hätte die Formularkommission vermeiden können, wenn sie die maßgeblichen Verbände in die Entwicklung des neuen Formulars aktiv mit einbezogen hätte. Der Verband fordert daher für die Zukunft die Einbeziehung der Verbände, damit unnötige Umsetzungsprobleme bereits im Vorfeld vermieden werden können.

Das neue Muster 13 sei nun – wie die neue Heilmittelrichtlinie – seit drei Wochen gültig. Die Rückmeldungen an den Verband hätten gezeigt, dass viele Arztpraxen nicht oder nicht ausreichend über die konkreten Änderungen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen informiert worden seien. Dadurch komme es aktuell noch zu vielen unnötigen Fehlern bei der Ausstellung des neuen Musters 13.

Der Verband erklärt, dass die Rückmeldungen gebündelt an die KBV weitergeleitet würden und das Thema auch bei den Verhandlungsrunden mit dem GKV-Spitzenverband immer wieder auf den Tisch käme.

QuellePhysio Deutschland

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