Viele MS-Patienten demonstrieren psychologische Komorbiditäten. Diese werden jedoch meist nicht korrekt diagnostiziert beziehungsweise unzureichend behandelt. Wissenschaftler aus dem Iran haben in ihrer Studie die Wirksamkeit des „Unified Protocol“ untersucht – einem Konzept zur transdiagnostischen, auf Emotionen fokussierten Behandlung psychischer Störungen mit Hilfe kognitiver Verhaltensinterventionen.

[jr] Die Forscher wollten untersuchen, ob das Unified Protocol ein zielorientierter Ansatz der psychologischen Behandlung für ein breites Spektrum von Patienten und deren psychologischen Problemen.

Hierzu wurden 70 erwachsene, an multiple Sklerose erkrankte, Studienteilnehmer zufällig auf zwei Gruppen aufgeteilt. Die Interventionsgruppe (n = 35) führten das Unified Protocol durch, die Kontrollgruppe (n = 35) erhielt die Standardbehandlung. Zur Einschätzung der Wirksamkeit führten die Wissenschaftler  semi-strukturierte klinische Interviews durch und bezogen Selbst-Reports der Teilnehmer mit ein. Erfasst wurden: diagnostische Kriterien, Symptome von Depression, Ängsten und Sorgen sowie emotionale Dysregulation und Affektivität.

Die Ergebnisse der Studie wurden statistisch analysiert. Das Unified Protocol erzielte eine signifikante Besserung depressiver Symptome, Angstsymptome, Sorgensymptome, Symptome bei emotionaler Dysregulation und sowohl des positivem als auch negativem Affektes im Vergleich zur Kontrollgruppe. Der therapeutische Ansatz verbesserte die Behandlungsergebnisse im Vergleich zum Vorbehandlungszeitraum signifikant.

Die Ergebnisse der Studie unterstützen das Konzept des Unified Protocol als eine wertvolle, zusätzliche psychologische Behandlung für Menschen mit MS mit emotionalen Problemen.

 

Quelle: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie

 

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