Aus einer Erhebung der Techniker Krankenkasse (TKK) geht hervor, dass Menschen in Pflegeberufen, Kita-Beschäftigte und Menschen in medizinischen Berufen 2020 deutlich häufiger aufgrund einer Corona-Infektion krankgeschrieben waren als der Durchschnitt der Berufstätigen.

[jr] Im Rahmen dieser Erhebung wertete die TKK  die 28.000 Corona-Diagnosen ihrer erwerbstätigen Mitglieder aus. Diese Datenerhebung stellt die erste einer Krankenkasse für das gesamte Jahr 2020 dar.

Es zeigte sich, dass massive Unterschiede bei den einzelnen Berufsgruppen vorliegen. Im Durchschnitt waren waren von 100.000 Erwerbstätigen knapp 500 aufgrund einer Corona-Infektion nicht in der Lage zu arbeiten. Bei ambulanten und stationären Altenpflegekräften waren es mit fast 1200 mehr als doppelt so viele. Direkt nach den Altenpflegekräften kommen Kita-Beschäftigte, gefolgt von Krankenschwestern und -pflegern.

Enger Kontakt gefährdet

Ergo- und Physiotherapeuten befinden sich ebenfalls unter den besonders betroffenen Berufsgruppen, aber auch medizinische Fachangestellte wie Arzthelferinnen und Sonderpädagoginnen und -pädagogen, Ärztinnen und Ärzte. Lehrkräfte und Polizisten werden in der TK-Studie nicht erfasst, da sie als Beamte nicht Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sind.

Weniger Betroffene

Berufstätige aus Wissenschaft und Forschung waren sehr selten betroffen. Pro 100.000 erwerbtätige, nur knapp 200. Ebenso verhielt es sich bei Mitarbeitern im Controlling und der IT-Branche. Friseurinnen und Friseure waren in etwa so häufig aufgrund einer Corona-Infektion arbeitsunfähig, wie der Durchschnitt der Erwerbstätigen.

Frauen haben höheres Risiko

Der Frauenanteil in den Berufen, welche sich an der Spitze des Rankings befinden, ist besonders hoch.  Teilweise liegt er bei 88 Prozent. Dementsprechend erkrankten Frauen über alle Berufsgruppen hinweg im Schnitt deutlich häufiger an Covid-19 als Männer. In den drei am wenigsten betroffenen Berufsgruppen ist der Männeranteil mit bis zu 86 Prozent sehr hoch.

Auch die AOK wertete die Corona-Diagnosen ihrer berufstätigen Mitarbeiter für den Zeitraum bis Oktober 2020 aus und kam zu vergleichbaren Ergebnissen.

 

Quelle: Tagesschau

 

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