Die Therapie von arthrotischen und sportmedizinischen Erkrankungen mit ACP hat sich in den vergangenen Jahren in der Orthopädie und Sportmedizin als vollständig biologische Behandlungsmethode etabliert.

[jr] Auch in der Fußball-Bundesliga sowie in anderen Bereichen des Spitzensports ist ACP inzwischen ein anerkannter Therapiebaustein. Die Behandlung  kommt dort etwa bei Verletzungen am Bewegungsapparat wie Sehnen-, Band- oder Muskelverletzungen zum Einsatz. Auch bei degenerativen Erkrankungen wie Arthrose und Rückenbeschwerden hat sie sich bewährt. Die Behandlung schließt eine therapeutische Lücke und ermöglicht eine nebenwirkungsarme, funktionelle Wiederherstellung durch Unterstützung der Geweberegeneration.

Konzentrierte thrombozytäre Wachstumsfaktoren und Zytokine

Die Therapie basiert auf den Kenntnissen zu körpereigenen Heilungsprozessen und unterstützt die Selbstheilungskräfte des Körpers mittels konzentrierter thrombozytärer Wachstumsfaktoren. Für die Behandlung wird aus dem Eigenblut der Patienten plättchenreiches Plasma gewonnen, dessen Thrombozyten-Konzentration zwei- bis dreifach höher ist als in Vollblut. Es kann unmittelbar nach der Aufbereitung in das betroffene Behandlungsgebiet der Patienten injiziert werden.
Dort kann es die regenerativen und reparativen Prozesse des Körpers direkt an den erkrankten Strukturen unterstützen.

Therapeutisch wirksam sind dabei die hochkonzentrierten thrombozytären Wachstumsfaktoren und Zytokine:

  • transformierender Wachstumsfaktor-b (TGF-b)
  • Fibroblasten-Wachstumsfaktor (FGF)
  • insulinartiger Wachstumsfaktor 1 (IGF-1)
  • Bindegewebswachstumsfaktor (CTGF)
  • epidermaler Wachstumsfaktor (EGF) und
  • Micro-RNA

Diese entfalten zugleich antiinflammatorische und proliferative Effekte.

Arthrex

BiologischeTherapie

ACP spielt eine zunehmende Rolle als gut verträgliche Alternative zu anderen Behandlungsmethoden, die im Therapiespektrum in Orthopädie und Sportmedizin zum Einsatz kommen. Dazu gehören beispielsweise Behandlungen mit Kortikoiden, welche insbesondere bei Patienten mit Komorbiditäten wie Diabetes, Bluthochdruck oder einem Glaukom zu Komplikationen führen können. Entzündungshemmende NSAR sind hingegen bei Niereninsuffizienz kontraindiziert.
Die ACP-Therapie ist zu 100 Prozent biologisch und es sind weder kurz- noch langfristige Nebenwirkungen bekannt. Zudem fördert die ACP-Behandlung die Zell- und Geweberegeneration auf zahlreichen Ebenen. Bei starken Beschwerden ist eine deutliche Schmerzlinderung möglich, zudem kann die Beweglichkeit der beteiligten Körperareale verbessert werden.

Anwendung in Orthopädie und Sportmedizin

Insbesondere bei Patienten mit Arthrose Grad 1-3, wie beispielsweise im Kniegelenk (Gonarthrose), hat sich die ACP-Therapie bewährt. In einem systematischen Review aus sechs Studien mit insgesamt 739 Patienten mit Gonarthrose zeigte die Anwendung von PRP(platelet-rich-plasma)-Präparaten wie ACP bei den Probanden (817 Kniegelenke, 39 Prozent männlichen Geschlechts, mittleres Alter 59,9 Jahre mit durchschnittlichem Follow-Up über 38 Wochen) signifikante klinische Verbesserungen über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten nach Injektion und ein insgesamt besseres Outcome gegenüber einer Behandlung mit Hyaluronsäure allein. Laut Studien könnte dagegen die Kombination aus Hyaluronsäure und PRP eine vielversprechende Behandlungsoption darstellen, beispielsweise bei Kniearthrose.

Arthrex

Neben degenerativen Erkrankungen kommt die ACP-Therapie auch bei Verletzungen sowie Zerrungen an Bändern, Sehnen oder Muskeln wirksam zum Einsatz. Insbesondere für Indikationen wie Epicondylitis, Plantarfasziitis und Patellaspitzensyndrom, die häufig mit sportlichen Aktivitäten einhergehen, liegt eine gute Evidenz vor und belegt die Wirksamkeit der ACP-Therapie.

Bei vielen Patienten kann auf die Injektion von Kortikoiden verzichtet werden, wenn die Selbstheilungskräfte des Körpers natürlich mit der ACP-Therapie angeregt werden. So war in einer systematischen Übersichtsarbeit der Einsatz von PRP dem von Steroidinjektionen bei Tendinopathien überlegen. Eine In-vitro-Studie zeigte sogar, dass die lokale Verabreichung von Glukokortikoid signifikant negative Effekte auf Sehnenzellen haben kann, was Lebensfähigkeit, Zellproliferation und Kollagensynthese betrifft.

Perspektiven auch in der Rückenschmerzbehandlung

Auch bei Patienten mit akuten und chronischen Rückenschmerzen aufgrund degenerativer und entzündlicher Prozesse an spinalen Komponenten wie Wirbelkörpern, Facettengelenken, Bandscheiben und Nervenwurzeln kann ACP wirksam sein.
Die Effektivität von PRP war in einer auf sechs Monate angelegten Studie bei Patienten (n = 46) mit chronischen Rückenschmerzen durch das Facettensyndrom ab einem Zeitraum von drei Monaten überlegen im Vergleich zur Anwendung von Lokalanästhetikum und Kortikoiden. Dies deutet darauf hin, dass ACP auch bei Rückenbeschwerden eine geeignete Therapieoption darstellen kann.

Quelle: Arthrex

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Kniearthrose: Sind internetbasierte Übungsprogramme effektiv?

Profifußballer haben deutlich erhöhtes Risiko für Entstehung einer Gonarthrose

Kniearthrose: Ist das Training auf einem stationären Fahrradergometer effektiv?