Immer mehr Menschen erhalten in Deutschland gerade den langersehnten „Pieks“ und damit eine Impfung gegen Covid-19. Wie sollte man sich nach einer Impfung in Bezug auf sportliche Betätigung verhalten – ist es beispielsweise ratsam, die gewohnte abendliche Jogging-Runde zu drehen?

[jr] Prof. Dr. med. Meike Hoffmeister, Professorin für Sportmedizin an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport (DHGS) klärt hierzu auf: „Nach einer Impfung ist grundsätzlich nichts gegen leichte sportliche Betätigung einzuwenden, jedoch sollte man nicht unmittelbar vom Impfzentrum im Sprinttempo nach Hause rennen. Nach sechs Stunden spricht jedoch nichts dagegen, seinem gewohnten Training nachzugehen, sofern man beschwerdefrei ist. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, verschiebt sein Training auf den kommenden Tag.“

Kraftraining möglich bei Beschwerdefreiheit

Gleiches gilt auch für andere Sportarten wie Schwimmen, Tennis oder Krafttraining: „Solange keinerlei Reaktionen auftreten, ist nichts gegen den gewohnten Sport einzuwenden“, so Meike Hoffmeister weiter, „gegebenenfalls kann man auf ein Alternativtraining umsteigen, sollte beispielsweise der sogenannte „Impfarm“ auftreten und einem Sport wie Werfen oder Krafttraining an den Armen entgegenstehen. Um unerwünschte Nebenwirkungen zu reduzieren, ist es wichtig, keine Überlastungen zu provozieren.“ So hätten auch frühere Untersuchungen in Bezug auf die Grippeimpfung schon ergeben, dass der Gewohnheitsgrad in Bezug auf die sportliche Betätigung auch in Zusammenhang mit einer körperlichen Immunantwort steht. Demnach gibt es sogar Hinweise auf eine tendenziell bessere Immunantwort, wenn die geimpfte Person weiterhin ihrem Sport nachgeht.

Kein Training bei Fieber

Keinesfalls trainieren sollte man jedoch – wie auch ansonsten ohne Impfung – beim Auftreten von Fieber oder starken lokalen Entzündungsreaktionen. Bei leichten Erkältungsbeschwerden sei jedoch nichts gegen ein Training einzuwenden. Die prophylaktische Einnahme von Schmerzmitteln sei jedoch mit Vorsicht zu genießen, es ist aktuell noch nicht klar, ob diese sich unter Umständen störend auf die Immunantwort auswirken können, wenn sie unmittelbar im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung eingenommen werden „Zusammenfassend kann man sagen: Wer nichts merkt, kann nach einer kurzen Pause wieder dem gewohnten Training nachgehen“, so Meike Hoffmeister.

Quelle: Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport

 

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