Vom Hochwasser sind auch zahlreiche PT-Praxen betroffen. Um die Behandlungskontinuität der GKV-Versicherten sicherzustellen, empfiehlt der GKV-Spitzenverband seinen Mitgliedskassen, die Überprüfung der vertragskonformen Heilmittelabgabe auszusetzen, meldet der IFK. Heilmittelpraxen die keinem Berufsverband angehören, können sich direkt beim GKV-Spitzenverband melden, so der VDB

[tb] Über Erleichterungen und Hilfestellungen berichten die Verbände IFK und VDB in ihren aktuellen Meldungen.

Im Rundschreiben vom 28. Juli 2021 hätten der GKV-Spitzenverband und die Krankenkassenverbände vorrangig festgelegt, wie die Abrechnung von hochwasserbedingt beschädigten oder verloren gegangenen Verordnungen zu regeln ist, meldet der IFK.

Vier Fälle

Grundsätzlich gelte, dass die Abrechnung – soweit möglich – mit den (noch) vorhandenen Originalunterlagen erfolgen soll. Für alle Fälle, in denen dies nicht möglich ist, seien vier Fallbeispiele spezifiziert worden:

  1. Originalverordnung liegt nicht vor, ärztlich ausgestellte „Ersatzverordnung“ kann beigebracht werden.
  2. Originalverordnung liegt nicht vor, „Verordnungskopien“ (digital oder in Papierform) liegen vor.
  3. Abrechnungsdatensatz wurde erstellt, Papierverordnung ist jedoch nicht mehr verfügbar.
  4. Weder Original- noch Ersatzverordnung, Verordnungskopie oder Abrechnungsdatensatz stehen zur Verfügung.

In den Fällen 1 bis 3 könnten Abrechnungen unmittelbar bei den einzelnen Krankenkassen beziehungsweise den von ihnen beauftragten Abrechnungsdienstleistern eingereicht werden. „Ersatzverordnungen“ oder „Verordnungskopien“ müssten mit dem Kürzel „HW“ für Hochwasser gekennzeichnet werden. In den Abrechnungsdatensätzen nach § 302 SGB V sei es wichtig, das Kürzel „HW“ auch im Segment „TXT“ einzutragen.

Praxen, die vom Fallbeispiel 4 betroffen seien, würde der GKV-SV bitten, sich bei dem zuständigen Berufsverband zu melden. Für diese Praxen würden die Krankenkassen zeitnah eine Härtefallregelung in Bezug auf die Abrechnung prüfen.

Zeitliche Befristung bis September

Die Ausnahmeregelungen seien bis zum 30. September 2021 befristet. Auch die Regelung, dass Heilmittel, für die kein Hausbesuch verordnet war, außerhalb der Praxisräumlichkeiten erbracht werden können, sei verlängert worden. Der GKV-SV habe zudem erklärt, dass die Einhaltung vertraglicher Anforderungen zu Mindestöffnungszeiten, räumlichen und sachlichen Mindestvoraussetzungen, zur Meldung von Mitarbeitenden und Maßnahmen der Qualitätssicherung nicht geprüft werden.

Das vollständige Rundschreiben mit den Details zu den Fallbeispielen ist hier abrufbar. In einem weiteren Rundschreiben habe der GKV-Spitzenverband bereits darüber informiert, welche Vorgehensweise er im Umgang mit Arbeitgebern empfiehlt, die ihre Beiträge nicht rechtzeitig bezahlen können.

Was ist mit Praxen ohne Zugehörigkeit zu einem Berufsverband?

Der VDB ergänzt zu diesem Thema noch, dass Heilmittelpraxen, die keinem Berufsverband angehören, sich direkt beim GKV-Spitzenverband unter der Emailadresse heilmittel@gkv-spitzenverband.de melden können.

 

Quellen: IFKVDB

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