News
15. November 2021

Pre-Performance-Routine steigert die sportliche Leistung

Viele hervorragende Sportler haben eine Routine, die sie unmittelbar vor einer sportlichen Aufgabe ausführen. Aber helfen diese Angewohnheiten tatsächlich, ihre Leistung zu steigern? Ein Forschungsteam von der Fakultät für Psychologie und vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien haben nun Daten über verschiedene Sportarten und Leistungsniveaus hinweg analysiert. Die Ergebnisse belegen, dass Routinen für Anfänger wie auch Profis Vorteile bringen.

Lesezeit: ca. 2 Minuten
Marco Iacobucci Epp / shutterstock.com

Unter Pre-Performance-Routine (PPR) versteht man eine Reihe aufgabenrelevanter Gedanken und Handlungen, die Athletinnen und Athleten vor sportlichen Leistungen systematisch durchführen. Michael Jordan, einer der besten Basketballspieler aller Zeiten, war für eine solche Routine bekannt: Vor einem Freiwurf nahm er eine schulterbreite Haltung ein, drehte den Ball in seinen Händen, ließ ihn dreimal aufspringen, drehte den Ball erneut, fixierte den Basketballkorb und führte dann seinen Wurf aus. „Routinen wie die von Jordan können die Konzentration steigern und helfen dabei, sich in einen für die Leistungsfähigkeit optimalen mentalen Zustand zu versetzen“, erklärt Peter Gröpel, Letztautor der Studie und Sportpsychologe am Institut für Sportwissenschaft an der Universität Wien. „Es scheint ein Vorteil zu sein, eine PPR zu nutzen. Wir setzen diese Intervention oft im Feld ein.“

Aber wie effektiv sind PPRs, welche Art von Routine funktioniert am besten und welche Athleten profitieren am meisten? Um diese Fragen zu beantworten, sammelte und analysierte das Forschungsteam, bestehend aus Anton Rupprecht und Ulrich Tran von der Fakultät für Psychologie an der Universität Wien und Peter Gröpel, Daten von 15 verschiedenen Sportarten und 800 Athleten. Ihre Leistung verbesserte sich deutlich, darüber hinaus übertrafen Sportler mit einer PPR ihre Kollegen, die keine derartigen Techniken anwandten. Die positiven Effekte wurden sowohl bei Laboraufgaben als auch in echten Wettkämpfen beobachtet, sowie in Situationen mit und ohne Leistungsdruck. Sie waren unabhängig von Alter, Geschlecht und Leistungsklasse der Athleten, der Art der PPR und der Zeit, die für deren Erlernen erforderlich war. Mit anderen Worten: Routinen funktionierten für die meisten Sport treibenden Menschen, auch für Hobbysportler.

„Wir konnten belegen, dass die Anwendung einer PPR die Leistung verbessert, egal wie einfach oder komplex die Routine ist“, erklärt Gröpel. „Es ist bei jeder sportlichen Aufgabe von Vorteil, die ein paar Sekunden Vorbereitungszeit ermöglicht, wie zum Beispiel der Aufschlag im Tennis oder das Putten im Golfen. Wir konnten positive Effekte bei einer Vielzahl sportlicher Aufgaben beobachten, über Altersklassen und Fertigkeitslevel hinweg sowie für beide Geschlechter.“ Diese Ergebnisse können Sportler, Trainer und Sportpsychologen anspornen, PPRs als eine Art Leistungsintervention zu erlernen und anzuwenden. Anfänger könnten beim Erlernen komplexer motorischer Aufgaben von derartigen Routinen profitieren, während Spitzensportler dadurch ihre Wettkampfleistungen optimieren könnten.

Quelle: idw, Originalpublikation

Das könnte dich auch interessieren:

Stressbewältigung bei Jugendlichen: Sport hilft

Neuer Wirkmechanismus für die Verbesserung der Insulinwirkung nach Sport entdeckt

Mit Abendsport nächtlichen Blutzucker senken