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16. November 2021

Zertifikatspositionen in der Physiotherapie – ein Sanierungsfall?

Ein Kommentar von TAL gGmbH

Über Sinn und Unsinn der Zertifikatspositionen wird seit langer Zeit kontrovers diskutiert. Eine kritische Analyse wurde kürzliche von TAL gGmbH publiziert.

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[tb] In ihrem aktuellen Kommentar beleuchtet TAL gGmbH die Situation um die Zertifikatspositionen. TAL gGmbH findet es irritierend, dass immer noch oft an alten Denkmustern und Arbeitsroutinen festgehalten werde. Dies führe dazu, dass traditionelle Behandlungsmethoden routinemäßig und ohne inhaltliche Reflexion weitergeführt würden. Besonders intensiv seien die Widerstände für einen Wandel, wenn in bestehenden Systemen auch monetäre Anreize für Akteure eine Rolle spielen, erklären die Autoren in der Meldung.

Nach einigen grundlegenden Erklärungen zum Begriff „Zertifikatsposition“, geht das Autorenteam dann auf deren Bedeutung für Patientenversorgung und Praxisorganisation ein. Danach werden die Themen künstliche Verknappung der therapeutischen Leistungen, Nutzenbewertung, freie Wahl des Heilmittels, Verantwortlichkeiten und die Positionierung der Lobby diskutiert.

In ihrer abschließenden Bewertung erklärt TAL gGmbH: „Den Vertragsparteien sei in Erinnerung gerufen, dass im Mittelpunkt ihrer Bemühungen eine effektive Patientenversorgung stehen muss. Die bisherige Praxis der Zertifikatsbehandlungen steht diesem Ziel elementar entgegen. Sie fördert eine unwirtschaftliche, nicht den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechende Leistungserbringung. Zertifikatspositionen sichern nicht die Qualität der Physiotherapie, sondern allenfalls die Qualität der einzelnen Methode.“

In den abschließenden Empfehlungen fordern die Akteure unter anderem ethische Standards und interne Compliance-Regeln bei berufsständigen Vertretungen.

Quelle: TAL gGmbH

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