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Schluck für Schluck zum Ösophaguskarzinom?

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Foto: iravgustin / shutterstock.com

[js] Wer gern und viel heißen Tee trinkt, mag sein Wohlgefühl steigern. Der Speiseröhre ist diese Angewohnheit indessen unzuträglich: Sie erhöht die Gefahr, ein Plattenepithelkarzinom des Ösophagus zu entwickeln. Eine Forschergruppe um Farhad Islami von der Amerikanischen Krebsgesellschaft in Atlanta hat die Zusammenhänge untersucht.

Die Studie lief in einer ersten Phase von 2004 bis 2008, mehr als 50.000 Personen waren beteiligt. Im Median wurden sie anschließend rund zehn Jahre lang nachbeobachtet, wobei man die auftretenden Fälle von Speiseröhrenkrebs registrierte. Analysiert wurde die Assoziation der Vorliebe für heißen Tee und des Risikos, an einem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre zu erkranken.

Insgesamt traten während der Nachbeobachtung 317 neue Fälle von Plattenepithelkrebs der Speiseröhre auf. Im Vergleich zu den Probanden, die kühlen Tee (< 60 Grad Celsius) konsumierten, war das Risiko für Teetrinker ab 60 Grad Celsius um 40 Prozent erhöht.

Wer seinen Tee nach eigenem Dafürhalten sehr heiß zu trinken pflegte, war im Vergleich zu den lau Trinkenden um 140 Prozent häufiger von Ösophaguskarzinomen des Plattenepitheltyps betroffen. Mit einer Risikosteigerung von 50 Prozent schlug es zu Buche, wenn der Tee weniger als zwei Minuten abkühlte, im Vergleich zu mindestens sechsminütiger Kühlzeit.

Personen, die täglich 700 Milliliter oder mehr heißen Tee (≥ 60 Grad Celsius) tranken, hatten ein um 90 Prozent höheres Krebsrisiko als Teetrinker, die weniger als 700 Milliliter mit Temperaturen unter 60 Grad Celsius konsumierten.

Literatur

1. Islami F, et al. 2019. A prospective study of tea drinking temperature and risk of esophageal squamous cell carcinoma. Int. J. Cancer. Mar 20. [Epub ahead of print]

Heft 06-2019


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